Feuerwehr im Dauereinsatz

Hochwasser in Lenzkirch: Brücke muss abgerissen werden

Sarah Beha, aktualisiert 09.30 Uhr

Von Sarah Beha & aktualisiert 09.30 Uhr

Fr, 05. Januar 2018 um 08:07 Uhr

Lenzkirch

Extremes Tauwetter und starke Regenfälle haben Lenzkirch in der Nacht auf Freitag in den Ausnahmezustand versetzt. Zahlreiche Keller und Straßen wurden überflutet, eine Brücke musste abgerissen werden.

Katastrophale Verhältnisse herrschten in der Nacht zum Freitag in den Hochlagen des Südschwarzwaldes, wo ergiebiger Regen und extreme Schneeschmelze vom Feldberg nach einem Wärmeeinbruch zusammentrafen. Kleine Bäche wurden zu reißenden Strömen. In Lenzkirch entwickelte sich die Haslach zu einem reißenden Fluss .
Zahlreiche Keller und Straßen wurden überflutet, eine Holzbrücke für Fußgänger im Wohngebiet "Im Angel" musste vorsorglich abgerissen werden. Es bestand die Gefahr, dass sie von den Wassermassen mitgerissen und dann andere Brücken beschädigt hätte.

Mit Holzwänden und tausenden Sandsäcken versuchten die Feuerwehren, Wohnhäuser vor den Wassermassen zu schützen. Der Einsatzleiter der Feuerwehr, Andreas Wangler, sprach in der Nacht auf Freitag von einem extremem Hochwasser wie schon seit Jahren nicht mehr.

Die Feuerwehr war im Dauereinsatz, Sandsäcken und Wassersperren wurden eingesetzt, Keller wurden leer gepumpt.

"Momentan hat sich die Lage entspannt. Wir haben noch fünf Einsätze von 22 laufen", sagte Einsatzleiter Andreas Wangler am Freitagmorgen. Keller müssten noch ausgepumpt werden. An den Bachufern werden Sandsäcke aufgehäuft. In der Nacht habe die Feuerwehr Lenzkirch viel Verstärkung erhalten, berichtet Wangler. So seien unter anderem Feuerwehrleute der Wehren Löffingen, Hinterzarten, Breitnau und Buchenbach angerückt. Der Landkreis war mit den Wehren Staufen, Neuenburg und Bad Krozingen vertreten und stellte Pumpen zur Verfügung.

Bewohner mussten in der Nacht nicht evakuiert werden. Lediglich ein Haus wurde vom Strom genommen, da zu viel Wasser eingedrungen war.

1000 Sandsäcke von Hand befüllt

Die Feuerwehrleute hätten in der ganzen Nacht mehr als 1000 Sandsäcke von Hand befüllt, so Einsatzleiter Wangler. Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte von den Mitarbeitern des Bauhofs. 700 weitere Sandsäcke erhielt die Feuerwehr vom Katastrophenschutzlager in Bad Krozingen. "Die liegen jetzt noch zum Einsatz bereit", so Wangler. Denn es habe sich weiterer Regen angekündigt.

Feuerwehren auch in Titisee-Neustadt, Schluchsee und Feldberg im Einsatz

Auch andernorts im Hochschwarzwald traten Flüsse über die Ufer. Die Feuerwehr war am Schluchsee und am Feldberg im Einsatz. In Titisee-Neustadt musste die Feuerwehr gegen zwei Uhr nachts die Gutachstraße im Bereich Obstgarten absichern. Keller wurden überflutet, die die Feuerwehr bis in den Morgen hinein abpumpte. An mehreren Stellen in der Stadt wurden Barrieren mit Sandsäcken aufgebaut. Aktuell habe sich die Lage entspannt, gegen 10 Uhr werden die Einsatzkräfte laut Einsatzleiter Markus Straub abrücken.