Die Sanierungskosten dürften günstiger ausfallen

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Do, 26. Juli 2018

Lörrach

Bürgerstiftung nimmt weitaus niedrigere Spendensumme für Neugestaltung des Außenbereichs am Kamelion ein als gedacht.

LÖRRACH. Die Versammlung der Bürgerstiftung fand am Dienstag in der eigenen Immobilie statt: im Schülercafé Kamelion, dessen Gebäude die Stiftung gekauft und saniert hat. Dabei zog die Stiftung eine positive Bilanz über ihre Finanzen, Aktivitäten und angegliederten Stiftungen.

Im Blickpunkt: Das denkmalgeschützte, 1896 erbaute Gebäude am Campus Rosenfels wird seit 21 Jahren durch das Schülercafé Kamelion belegt, das der CVJM betreibt. Den geplanten Kostenrahmen von 400000 Euro für die Sanierung werde man wohl unterschreiten, sagte Architekt und Vorstandsmitglied Frank Hovenbitzer. Die Modernisierungsvereinbarung mit der Stadt hätte glatter laufen können, sagte Vorsitzende Ute Lusche, aber jetzt funktioniere es sehr gut.

Hinter dem Haus muss der Außenbereich hergerichtet werden, jedoch war das Spendenaufkommen dafür weit geringer als erhofft. Besonders gefreut habe man sich über die Spenden in Höhe von 400 Euro aus einem Benefizkonzert von Schülern und 280 Euro aus einer Kirchenkollekte, initiiert von einem Vater, der Pfarrer ist, sagte Ute Lusche. Die Investition ins Kamelion lohnt sich für die Stiftung, weil die Miete mehr einbringt, als Bankzinsen es derzeit tun.

Rückblick: Seit 2016 läuft das von Michaela Kern gestaltete Projekt Sprachkitas, eine Fachberatung für Kitas und der Kindergärten, um die Sprachentwicklung zu verbessern, auch in Zusammenarbeit mit den Familien. Dafür gibt es sehr positive Rückmeldungen, berichtete Michaela Kern. Allerdings findet an drei Lörracher Kindergärten noch keine Sprachförderung statt. Unter dem Dach der Bürgerstiftung wurde ein Treuhandfonds gegründet, der Hospiz, Frauenhaus und Musikschule unterstützen möchte. Bis er Geld ausschütten kann, werde es aber noch dauern, sagte Ute Lusche. Samstags findet im ehemaligen TÜV-Gebäude ein Repair-Café statt, der Bücherschrank am Senigallia-Platz wurde nach einem Brand erneuert, ebenso wie Tafeln an den Wiesionen. Weiterhin wurden die Kinderbuchmesse und Pro Digno unterstützt.

Schubert-Durand-Stftung: Es werden Elternkurse, Frauentreffen und Internationale Cafés vor allem für Afghaninnen und Türkinnen angeboten. Zunehmend gebe es Spannungen zwischen sehr religiösen und weniger religiösen Menschen sowie wegen der politischen Situation in der Türkei, stellte Gudrun Schubert fest. In Kleinstgruppen betreibt die Stiftung Sprachförderung, sie kümmert sich um Flüchtlinge und bietet auch hier Sprachkurse sowie Infoveranstaltungen an. Man will ein Café für Männer aus islamischen Kulturen einführen. "Viele haben das Gefühl, dass sie die Kontrolle über ihre Frauen und Kinder verlieren, und da wollen wir ansetzen", sagte Gudrun Schubert.

Museumsfonds: Die wichtigste Aufgabe ist es, die Sammlung, ein bedeutendes Kulturgut der Region, zu erhalten, stellte Markus Moehring fest. 50 000 Stücke sind provisorisch untergebracht, der Bau eines Museumsdepots ist dringend. Die überregionale Bedeutung der Sammlung will man auch mit einem europäischen Projekt mit 25 Partnern, unter anderem der Universität Straßburg, darstellen. Fritz Wilhelm wies darauf hin, dass die Firma KBC eine wertvolle Sammlung von Stoffdesign-Musterbüchern von 1850 besitze und diese zu verschwinden drohe. Es gebe Gespräche, sagte Moehring. Man sei bemüht, dieses wertvolle Kulturgut in Lörrach zu erhalten, es gebe aber auch schon einem Notfallplan, dass gegebenenfalls das Technoseum Mannheim einspringe.