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11. Juli 2017

Jubiläum

Die SPD in Lörrach-Brombach holt ihre 120-Jahr-Feier nach

Der kleine Ortsverein mit 23 Mitgliedern steht symbolisch für die gesamte Sozialdemokratische Partei: Sie verjüngt sich.

  1. Der „Rote Chor“ gestaltete die Festveranstaltung mit, die Sänger trugen vorwiegend Lieder aus der Frühzeit der Sozialdemorkatie aus dem 19. Jarhhundert vor. Foto: Rolf Reißmann

LÖRRACH-BROMBACH. Eigentlich liegt der Jahrestag schon Monate zurück, doch aus unterschiedlichen Gründen konnte der Ortsverein Brombach der SPD 2016 sein 120-jähriges Bestehen nicht feiern und holte das am Sonntag im Werkraum Schöpflin nach. Der kleine Ortsverein mit 23 Mitgliedern steht symbolisch für die gesamte Sozialdemokratische Partei: Sie verjüngt sich.

Der junge Vorsitzende Maximilian Schmalz wies auf dringend notwendige Tiefgründigkeit bei der Beurteilung politischer Entscheidungen hin. Gerade die Vielfalt der Informationsmöglichkeiten und die Einbeziehung der breiten Öffentlichkeit lasse Oberflächlichkeit nicht mehr zu. "Die Demokratie selbst ist die Idee, an deren Umsetzung ständig gearbeitet werden muss", sagte er. "Vor allem kommt es darauf an, soziale Ungerechtigkeiten zu beseitigen, damit sie nicht zur Angriffsfläche für antidemokratische Positionen werden."

Diesen Zusammenhang griff auch Oberbürgermeister Jörg Lutz auf, als er gerade für die Kommunalpolitik auf Wohnungsbau und Bildung als besonders wichtige Aufgaben hinwies. Dabei habe sich die Zeit erheblich verändert, vor 20 Jahren hätten junge Menschen Ausbildungsplätze gesucht, heute suchen gute Ausbildungsmöglichkeiten Menschen. Aber Bildung sei eine der wichtigsten Voraussetzungen für sozialen Aufstieg.

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Ortsvorsteherin Silke Herzog erinnerte ans Mitwirken der Sozialdemokraten im Ortschaftsrat, gemeinsam mit den Mitgliedern der anderen Parteien hätten sie viel zum Wohle des Ortsteils bewirkt. Landtagsabgeordneter Rainer Stickelberger erinnerte an seine zahlreichen Begegnungen im Ortsverein. Er habe dort vor allem bei Wahlkämpfen immer wieder Anregungen und Unterstützung gefunden.

Endlich sei in der Sozialdemokratie sowohl auf Bundesebene wie auch in den Ortsvereinen wieder die Friedenssicherung wichtiges Thema, ihm habe das gefehlt, meinte Stickelberger. "Sehr erfreulich ist, dass vor allem unsere jungen Mitglieder die Europapolitik neu bewerten." Dabei sei nicht mehr von Brüsseler Bürokratie die Rede, sondern davon, was die EU dem Kontinent wirklich bringt.

Gernot Erler erinnert an 154 Jahre SPD

Gernot Erler, Bundestagsabgeordneter aus Freiburg, umriss kurz die 154-jährige Geschichte der SPD. Dabei erinnerte er an herausragende Perioden wie etwa nach dem Ersten Weltkrieg, als sich die USPD abspaltete, davon habe sich die Partei bis heute nicht erholt. Derzeit habe die SPD mehrere Herausforderungen zu bewältigen. Dazu gehören der Rechtspopulismus, der Flüchtlingsstrom und die europäische Friedensordnung.

Alle Teilnehmer des Festes erhielten eine Broschüre über die Geschichte des Ortsvereins. Hubert Bernnat stellte sie aus alten Unterlagen zusammen. Die zunehmende Industrialisierung bewirkte auch im Wiesental eine stärkere Bindung innerhalb der Arbeiterschaft. Der bereits in den frühen 1890er Jahren bestehende Ortsverein Lörrach der Sozialdemokratische Partei lud für April 1896 den Reichstagsabgeordneten August Bebel ein. Seine begeisternde Rede war wohl auch ein Auslöser für die Gründung des Ortsvereins in Brombach.

Bernnat belegte die beachtlichen Wahlerfolge der SPD in Brombach. Diese nahmen bei Reichstagswahlen von knapp 29 Prozent im Jahr 1896 bis auf 52 Prozent im Jahr 1919 zu. Wenn auch nicht so hoch, aber dennoch auf ein gutes Wahlergebnis hofft Jonas Hoffmann bei der kommenden Bundestagswahl. Er hat seine familiären Wurzeln in Brombach.

Autor: Rolf Reißmann