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29. Dezember 2008
Eine Patenschaft für Burundi-Kids
Im Kinderhaus Bühl wurde ein Hilfsprojekt für einen Kindergarten in Burundi angestoßen / Ein Euro pro Familie und Monat
LÖRRACH-BROMBACH. Ein Euro pro Familie und Monat? Das klingt nach sehr, sehr wenig, könnte aber für Kinder an einem anderen Ende dieser Welt viel bedeuten. Im Kinderhaus auf dem Bühl wird derzeit eine Patenschaft vorbereitet, die es so in Stadt und Landkreis noch nicht gibt: Mit einem Kindergarten nämlich in einem Armenviertel von Bujumbura im afrikanischen Burundi.
Auf den Weg gebracht wurde die Initiative durch den persönlichen Kontakt einer Kinderhaus-Familie zum Verein Burundikids, der Projekte in dem kleinen zentralafrikanischen Land auf den Weg bringt und unterhält. Dessen Gründerin und Vorsitzende, Marina Wziontek, war kürzlich im Lörracher Kinderhaus zu Gast. Sie informierte über das Land, ihre Tätigkeit dort und die Möglichkeiten, dies zu unterstützen. Auch Gisela Splett, entwicklungspoliltische Sprecherin der Grünen im Landtag, war aus diesem Anlass nach Lörrach gekommen. Sie kennt Burundi und unterstützt die Arbeit des Vereins. Eigentlich ist das 8,5 Millionen Einwohner zählende Land Partnerstaat von Baden-Württemberg, zur Zeit aber liegt dieser offizielle Kontakt brach.Werbung
Burundikids e.V. hat neben anderen Einrichtungen in dem bitterarmen afrikanischen Land bislang drei Kindergärten gegründet, die ersten überhaupt in dem Land. Die Lörracher Patenschaft zielt auf eine dieser Einrichtungen im Armenviertel der Hauptstadt. Entscheidend wäre eine kontinuierliche Unterstützung. Schon von 70 Euro im Monat könnten die rund 40 Kinder, die die Einrichtung besuchen, sehr viel profitieren, berichtet Isabell Schäfer-Neudeck, die zusammen mit Sabine Uhles das Projekt in die Hand genommen hat. Beide sind Kinderhaus-Mütter. Bei etwa 100 Familien, die ihre Kinder auf dem Bühl haben, wäre das nicht einmal ein Euro im Monat. "Das könnten wir schaffen", sagt Isabell Schäfer-Neudeck.
Es ist noch nicht ausgemacht, in welcher Form man tätig werden will. Besprochen wurde beim Infoabend aber bereits, dass man vor allem dazu beitragen will, die Ernährungssituation der afrikanischen Kinder zu verbessern. Im nächsten Schritt sollen die Eltern angeschrieben werden. Über eine kontinuierliche Unterstützung hinaus ist auch an Sonderaktionen gedacht, deren Erlös die Hilfe aufstocken könnte. Noch aber steht man am Anfang.
Das Kinderhaus hat zugesagt, das Projekt in diesem Kindergartenjahr aktiv mitzutragen, danach sollen es Eltern übernehmen. Das könnten auch Familien aus anderen Kindertagesstätten und aus Schulen sein, betont Schäfer-Neudeck. Die Initiative sei offen für alle Interessierten. Das Kinderhaus hat das Thema derweil bereits in die pädagogische Arbeit einfließen lassen. Es hängen Bilder, die Kinder haben mit afrikanischen Zutaten Speisen zubereitet und typisches Spielzeug kennengelernt. Sie werden sich mit dem Land beschäftigen und so das Thema, hoffen die Initiatoren, in die Familien zurück tragen. Und auf diesem Weg ein wichtiges Stück Werteerziehung erfahren.
http://www.burundikids.org .
Autor: Sabien Ehrentreich


