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28. Februar 2017 16:12 Uhr

Heringsessen

Ernste Worte zum Finale der Lörracher Fasnacht

Beim Heringsessen im Brauhaus Lasser blickte Obergildenmeister Jörg Roßkopf auf die Kampagne zurück. Zum Finale wurde noch einmal viel gelacht, es gab aber auch ernste Worte.

  1. Luitgard Ehmsen und Jörg Roßkopf Foto: Barbara Ruda

  2. Die Frösche singen nochmals ihre Schnitzelbank. Foto: Barbara Ruda

Wie er bereits am Sonntag gesagt hatte, war "alles gut", so Jörg Rosskopf. Die Fasnacht sei extrem schön gewesen, das Wetter gut, alle Veranstaltungen seien friedlich verlaufen, so dass es der Polizei und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) fast langweilig geworden sei.

20 Gruppen meldeten sich für den Umzug 2018 bereits an, teilte Roßkopf mit – wenn das kein Lob sei. Er dankte allen Mitwirkenden, von DRK über THW, Polizei, Freundeskreis, Musikverein Brombach, Tribunal Motorradclub, Gemeindeteam St. Bonifatius, Werkhof bis zu den Gildenmeistern, von denen Schatzmeisterin Petra Weis, Oliver Böhm und Werner Stockmar aufhören.

Roßkopf kritisiert die Nörgler

Roßkopf hofft, dass sie gute Nachfolger finden und sie ein so gut eingespieltes Team blieben. Den Nörglern und Besserwissern rief er zu: "Kommt und macht mit." Die überbordende Bürokratie, Sicherheitskonzert und Gema mache es etwas mühsam, aber die Stadtverwaltung versuche pragmatisch zu sein.

Trotzdem mache es Spaß die Fasnacht zu organisieren. Er übergab Schnägge-Mama Ruth Lindemer den Hausorden in Bronze für vielfältiges Tun. Ehrengildenrat Hans Posovszky stimmte Roßkopf zu und forderte Respekt und Unterstützung ein. In Bezug auf Protektor Pfarrer Thorsten Becker fragte er: "Wäre es schlimm, wenn wir ein Doppeljahr hätten?"

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"Schwätzet miteinander anstatt übereinander."

Das spontane Programm begann mit der Schnitzelbank der Rätschgosche. Die Frösche sangen nochmals ihre Schnitzelbank und Luitgard Ehmsen ein Loblied auf Lörrach und die Fasnächtler. Lerche Dieter Wehrer nahm die Brandvorschriften und die Gema aufs Korn und schlug als Alternative zum Becherpfand Waffelbecher vor. Oberzunftmeister Stephan Vogt nahm aufs Gesagte Bezug: "Schwätzet miteinander anstatt übereinander."

Dieses Gerede mit Stetten hier und Brombach da gehe ihm auf die Nerven. Er als Urbanlörracher sage, Lörrach ist meine Stadt. Oberbürgermeister Jörg Lutz zeigte, dass die Stadt den Gürtel enger schnalle und überall spare. Eine neue Stelle werde allerdings geschaffen, die des Hofnarrs, der allen den Spiegel vorhält.

Erasmus soll aus seinem Grab aufsteigen

Der Basler Felix Rudolph von Rohr bestätigte, die Lörracher Fasnacht sei großartig gewesen. In Basel stehe eine besondere Fasnacht an. Zu 99 Prozent werde diese im Dezember in die Weltliste der immateriellen Kultur aufgenommen. Auch dank der Unterstützung aus Lörrach. Seine Rede war ernst. Er prangerte den Umgang miteinander an und wetterte gegen die Wutkultur. Fertigmachen des Medien- und Politsystems sei Mode. Das liefere fruchtbaren braunen Boden. Erasmus solle aus seinem Grab aufsteigen, es brauche eine Humanismusrenaissance. Dafür bekam er viel Beifall.

Becker trat wie bei der Ratssuppe wieder als Teufel auf und kritisierte den "Schmutzkampagnentrupp von AfD". Neue Parteien müssten die Politik gestalten, sie machten jedoch alles andere. Dieser "braune Ring" oder "Abschaum von Deutschland" sei des Teufels verlängerter Arm. Die Fasnacht sei unersetzlich, denn die Narren hielten den Spiegel vor. Becker dankte, dass er ein Teil davon sein durfte, sang "Ihr kommt alle in den Himmel" und bekam Standing ovations.

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Autor: hwu