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09. Oktober 2017 12:38 Uhr

Für Ehrenamtliche

Flüchtlingshelfer im Kreis Lörrach geben ihr Wissen weiter

Anmeldungen erwünscht: Flüchtlinge zu integrieren, ist nicht immer einfach. Für die Ehrenamtlichen, die sich engagieren, bieten hauptamtliche Helfer seit drei Jahren Unterstützung an.

  1. Unterstützung und Ideen für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer (Symbolbild) Foto: stockpics - Fotolia

  2. Jörg Hinderer, Lucia Klein, Melina Maidana, Birgit Volk, Christina Hopfner und Christina Meinzer-Folk (von links) Foto: Martina David-Wenk

Die Veranstalter freuen sich über das Ergebnis, aber auch darüber, wie es zustande kam. Die Veranstaltungsreihe "Fortbildungen für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit" geht diesen Herbst ins dritte Jahr und richtet sich an alle, die sich um die Integration von Flüchtlingen bemühen. Die 14 Veranstaltungen und Seminare sind ein Angebot von Hauptamtlichen für Ehrenamtliche. Kirchen und staatliche Stellen haben sich im "Pakt für Integration" zusammengetan, um Menschen, die mit den Geflüchteten arbeiten, nicht alleine zu lassen.
Die Veranstaltungen und Seminare sind kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich. Alle Infos gibt es unter www.eeb-sued-west.de

Weniger als 900 Geflüchtete leben noch in den Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis. Viele der ehemaligen Bewohner haben nun eine Anschlussunterkunft gefunden, womit die Schwierigkeiten beim Zurechtfinden im bundesdeutschen Alltag keineswegs verschwunden sind. Hierfür braucht es weiterhin ehrenamtliche Helfer. Denn nicht nur die Anzahl der Flüchtlinge ist gesunken, auch deutlich weniger Helfer engagieren sich in der Betreuung von Geflüchteten.

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Veranstaltungen im ganzen Landkreis

Die Hauptamtlichen wissen, dass sich viele Ehrenamtliche auch überfordert fühlen. Wenn sie glauben, versagt zu haben, lassen viele Helfer ihr Engagement einfach auslaufen. Empathie ist wichtig, doch brauchen die Ehrenamtlichen auch Distanz, um wirklich helfen zu können. Deshalb ist zum Beispiel der 25. November in Rheinfelden dem Thema Achtsamkeit und Selbstfürsorge gewidmet. Am 2. Dezember gibt es eine Veranstaltung zum Thema "Resilienz im Engagement für Geflüchtete".

Die Veranstaltungen bis in den April hinein finden im ganzen Landkreis statt. Die Reihe gibt praktische Tipps, wie Projekte sinnvoll initiiert und durchgeführt werden können. Die interkulturelle Kompetenz soll genauso geschärft werden wie die interreligiöse. Dazu gehört der spezielle Blick auf geflüchtete Frauen in Deutschland, deren Lebenssituation und ihre Geschlechterrolle. Trauerarbeit und -begleitung in der Flüchtlingsarbeit gehören zum Programm und auch ein Seminar darüber, was und wie die Ehrenamtlichen auf rechte Sprüche und Anfeindungen reagieren können.

Regelmäßige Reflexionen

"Was kann und darf ich als Beistand in der Anhörung?" ist ebenso Thema wie die Möglichkeiten nach einer Ablehnung des Asylbescheides. Auch hier hat sich die Situation geändert, statt der syrischen Familien mit Bleiberecht kämen derzeit vor allem junge Männer aus Afrika, deren Ablehnung wahrscheinlich sei, so Jörg Hinderer von der Evangelischen Erwachsenenbildung in Beuggen. "Dies muss den Helfern bewusst sein." Auch die Reflexionstreffen können helfen, sich seiner eigenen Ansprüche und Vorstellungen immer wieder bewusst zu werden. Und sie gegebenenfalls zu justieren.
Informationen

Info-Blätter liegen in den Gemeinschaftsunterkünften aus. Anmeldung bei der Evangelischen Erwachsenenbildung Hochrhein-Markgräflerland, Nansenstraße 6, Lörrach, Tel.  07621/1675866 oder service@eeb-sued-west.de

Autor: Martina David-Wenk