Hebel wäre gerne vom Sockel gestiegen

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Mo, 15. Mai 2017

Lörrach

Schon bei der Einweihung zeigt sich die große Akzeptanz des neuen Hebelparks mit seinen Grün- und Aufenthaltsbereichen.

LÖRRACH. Johann Peter Hebel wäre am 10. Mai 257 Jahre alt geworden. Als etwas verspätetes Geburtstagsgeschenk für den alemannischen Dichter wurde am Samstag der nach ihm benannte, im vergangenen Jahr sanierte Park mit einem Fest eröffnet und den Bürgern übergeben. Diese nahmen ihn bei herrlichem Sonnenschein sofort in Beschlag – samt der am selben Morgen eingeschalteten Wasserspiele, Trampolin und Himmelsliegen.

"Was lange währt, wird endlich gut. Dieser Satz mag auch für den Hebelpark gelten", stellte Jörg Lutz bei seiner Ansprache fest. Die spannende Frage für in laute: "Hätte Hebel Freude an seinem Geburtstagsgeschenk gehabt?" Der von der vielköpfigen Markgräfler Trachtengruppe umrahmte Oberbürgermeister beantwortete sie für sich mit einem eindeutigen "Ja". Denn Hebel, so fügte er hinzu, sei ein weitsichtiger, den Menschen zugewandter Mann gewesen. Lutz forderte die zahlreichen Gäste auf, sich vorzustellen, wie der Park früher, vor der Sanierung, ausgesehen hat: Der Brunnen funktionierte nicht mehr und es gab viele unschöne, dunkle Ecken. Nun sei er hell, offen, gut einsehbar. Eine Oase in der Stadt, in der man sich aufhalten kann und dabei kein Geld ausgeben muss. Ein Ort für die Menschen – das sei entscheidend. Und die Schönheit liege auch hier wie so oft im Auge des Betrachters.

Auf jeden Fall, das konnte man schon beobachten, wird der Hebelpark im Vergleich zu früher in seiner jetzigen Form von den Bürgern wesentlich besser angenommen. Viele zeigten sich am Samstag begeistert. Kaum waren am Mittwoch die von der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden gestifteten Himmelsliegen aufgestellt, wurden sie auch schon belegt und seitdem intensiv benutzt. Auch der Zuspruch am Samstag veranlasste Jörg Lutz zu der Feststellung: "Die Gestaltung ist gut gelungen." Als Sparkassenvorstand André Marker die ansehnlichen hölzernen Liegemöbel während der Eröffnungsfeier offiziell an die Bevölkerung übergab, berichtete er von "Diskussionspunkten", die ihn in den vergangenen Tagen erreicht hätten. Beim Blick in den Park konstatierte er aber sogleich: "Wenn wir sehen, wie die Himmelsliegen hier angenommen werden, haben wir alles richtig gemacht."

Das etwa zweistündige Rahmenprogramm der Eröffnungsfeier hatte mit einem gemeinsamen musikalischen Betrag der Tigerenten-Ukuleleklasse, zwei dritten Klassen der Hebelschule und der Bigband der Städtischen Musikschule schwungvoll begonnen. In ausdrucksvollem Alemannisch trugen später Viertklässler der Schule, die den Namen des Dichters trägt, Johann Peter Hebels Gedicht "Das Gewitter" vor und beschworen damit vielleicht auch Petrus, die für Samstagmittag angekündigten Unwetter an Lörrach vorbei zu lenken. Das Fest blieb denn auch trocken. Inge Hemberger, Vizepräsidentin des hiesigen Hebelbundes, erinnerte an die Aufstellung des Hebeldenkmals im Park vor beinahe auf den Tag 107 Jahren und berichtete allerlei Wissenswertes aus dem Leben des Schriftstellers, Lehrers und Pioniers der alemannischen Mundartliteratur, der auch in Lörrach wirkte.

Währenddessen maßen sich drei- bis fünfjährige Knirpse bei einem Laufradrennen durch einen abgesteckten Parcours. Manch einer wählte auch den Weg durch die derzeit in Weiß- und Violetttönen gehaltenen Blumenrabatte. Auch die Kleinen eroberten sich also ihren Hebelpark. Zum Ausklang des Festes spielte die Bigband der Städtischen Musikschule auf.

Eine Bildergalerie im Internet auf badische-zeitung.de, direkt anzusteuern mit dem Kurzlink http://mehr.bz/hebelparkfest