"Im Garten ist es immer spannend"

Katharina Bartsch

Von Katharina Bartsch

Fr, 06. Mai 2016

Lörrach

Im Rahmen der Aktion "Offene Gartentüre am Hochrhein" lädt Günter Rosskopf am Sonntag in seinen Garten ein.

LÖRRACH. Über fremde Gartenzäune spähen, um zu erfahren, was sich dahinter verbirgt – das machen viele. Dank der Aktion der "Offenen Gartentüre am Hochrhein" muss man sich aber gar nicht erst recken und strecken, um einen Blick zu erhaschen, da man einfach hineinspazieren kann. 33 Gärten von Stühlingen bis Neuenburg, in Frankreich und in der Schweiz öffnen diesen Sommer ihr Törchen und lassen Besucherinnen und Besucher herein. Auch dabei ist Günter Rosskopf aus Lörrach. Er lädt am kommenden Sonntag in seinen Garten ein.

Was einem als erstes auffällt, wenn man den Garten von Günter Rosskopf betritt, ist die angenehme Geräuschkulisse. Abgesehen von weit entfernten Baugeräuschen hie und da, herrscht eine himmlische Ruhe, die nur gelegentlich von Vogelgezwitscher unterbrochen wird. Dabei befindet man sich gar nicht so weit abseits der Stadt, hinter dem Arbeitsamt, ein kleines Stück den Hünerberg hinauf.

Als er ein kleiner Junge war, wollte Günter Rosskopf immer Koch oder Gärtner werden. Nachdem sein Vater ihn für die Lehre im Storchen in Lörrach angemeldet hatte, war die Berufswahl festgelegt. "Die Lehre hat mir Spaß gemacht und ich würde es auch wieder tun, meine eigene Wirtschaft habe ich fast 40 Jahre gehabt", erzählt Rosskopf. Der Garten wurde somit zum Ausgleich und Ruhepol, in dem man entspannen und relaxen kann.

Einen akkurat gezupften und getrimmten Garten möchte Günter Rosskopf selbst nicht haben. Deshalb wächst auf dem Stück Rasen jede Menge Löwenzahn. Und auch dem vielen Gärtnern Schweiß auf die Stirn treibenden Giersch hat Rosskopf keinen Kampf mehr angesagt. "Früher habe ich ihn ausgerissen, heute lasse ich ihn einfach wachsen", erzählt er. Dieses Credo gilt für vieles in seinem Garten. "Ich lasse alles wachsen und nur dort, wo etwas überhandnimmt, greife ich ein", erklärt Günter Rosskopf.

In seinem Garten finden sich viele verschiedene Zierpflanzen: Tulpen, Pfingst- und Christrosen, zwei Ahornbäume und eine serbische Kiefer. Zudem gibt es zwei Kirsch- und Apfelbäume, sowie ein Zwetschgen- und Pfirsichbaum, Wilderdbeeren und jede Menge Bärlauch, den der pensionierte Koch gerne in der Küche verwertet. Auch Rosen hat Günter Rosskopf in seinem Garten. Eine ist um die 40 Jahre alt und stammt noch von der Vorbesitzerin des Hauses. "Neue Züchtungen gehen oft ein. Ältere, einmal blühende Sorten kommen jedes Jahr wieder", freut sich Rosskopf. "Im Garten ist es das ganze Jahr über spannend, manchmal muss man nur ein bisschen Geduld haben", erzählt er weiter. Es mache Spaß zu sehen, wenn die Pflanzen gedeihen.

Die Aktion der offenen Gartentüre bietet die Möglichkeit zum Plausch für Gartenbesitzer. "Das ist immer gemütlich, man kann zusammensitzen und sich unterhalten", erzählt Fritz Lehmann, der für die Organisation der privat organisierten Gemeinschaft zuständig ist. Die Vielfalt sei toll, vom Kleingarten bis zum 10 000 Quadratmeter großen Park sei alles dabei. Jeder habe einen anderen Garten und Stil. "Zum Rosskopf kommen viele auch nur, um Suppe zu löffeln", erzählt Fritz Lehmann und lacht. Da bleiben viele gern auch mal bis in die Abendstunden sitzen.

Offene Gartentüre bei Günter Rosskopf am 8. Mai, 11 Uhr bis 18 Uhr, in der Raiffeisenstraße 4, Lörrach.

Mehr Informationen im Netz unter http://www.gartentag.info