Kita-Neubau steht in Frage

Sabine Ehrentreich

Von Sabine Ehrentreich

Di, 20. November 2018

Lörrach

Kirchengemeinde Rötteln bekommt Absage von der Stadt / Vorschlag, nach Hauingen umzuziehen.

LÖRRACH-HAAGEN. Der Evangelische Kindergarten in Haagen wird wohl nun doch nicht neu gebaut. Der Gemeinderat hatte im Sommer 2017 beschlossen, das marode Gebäude in der Markgrafenstraße durch einen Neubau zu ersetzen, nun rudert die Stadt zurück. Andreas Brunner, Vorsitzender des Kirchengemeinderats Rötteln-Haagen, und die Eltern sind verärgert.

Beschlusslage war, dass die Kirchengemeinde, die Trägerin der Kita ist, der Stadt das Grundstück auf Erbpacht zur Verfügung stellt, Abriss und Entsorgung des alten Gebäudes und die Erstausstattung finanziert. Der Neubau sollte von der Stadt bezahlt werden. Während der Bauphase wären die Kinder übergangsweise in die Kita Alte Schule umgezogen, die derzeit entsteht. Mitte 2020 sollte der neue Evangelische Kindergarten für zwei Gruppen, eine davon ganztags, fertig sein. Für einen Ganztagsbetrieb ist das bestehende, 50 Jahre alte Gebäude zu klein, außerdem ist es dringend sanierungsbedürftig, das Flachdach ist undicht.

Soweit die Planung. Doch in einem Gespräch sei der Kirchengemeinde nun mitgeteilt worden, dass die Stadt so viele neue Aufgaben dazubekommen habe, dass sie den Kindergarten Haagen nicht realisieren könne. Angeboten habe die Stadt einen Umzug nach Hauingen, wo die Räume des Sozialpädagogischen Kindergartens freigeworden sind. Die Stadt würde die Umbaukosten und die Miete tragen. Damit sei die Kirchengemeinde aber nicht einverstanden, wie laut Andreas Brunner eine Sondersitzung des Kirchengemeinderates ergab. Man wolle einen Kindergarten für und in Haagen/Rötteln und nicht nach Hauingen umziehen.

Bei Gesprächen mit den Fraktionen habe sich gezeigt, dass die Gemeinderäte von dem Vorgang nichts wussten, sagt Brunner. Er ist empört, die Eltern sind es auch. Seit Jahren sei man an dem Thema dran, das bestehende Gebäude ist marode. Wenn sich die Stadt nicht bewegt, sagt Andreas Brunner, müsse die Kirchengemeinde die Einrichtung schließen – obwohl sie das nicht wolle.

Die neue Lage müsse mit dem Gemeinderat beschlossen werden, sagt Oberbürgermeister Jörg Lutz, die Verwaltung könne den Gemeinderatsbeschluss nicht selbstständig aufheben. Auch nehme man die Kritik aus Haagen durchaus ernst. Doch bei den vielen teuren Vorhaben der Stadt müsse man alle Möglichkeiten prüfen. So eben auch, ob der Evangelische Kindergarten Haagen nicht länger als geplant in der Alten Schule bleiben oder nach Hauingen umziehen können – auch wenn er wisse, dass das in Haagen nicht auf Begeisterung stößt. Doch man könne nicht eine Einrichtung isoliert betrachten. Immerhin geht es beim Kindergarten in der Markgrafenstraße um eine Investition von rund zwei Millionen Euro.