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28. August 2010

Kunst wie an der Perlenkette

BZ-FERIENAKTION: Begeisterte Spaziergänger auf dem Lörracher Skulpturenweg mit Klaus Stein.

  1. Kunst auf der Säule – Kunstinteressierte auf dem Senser Platz: BZ-Leser auf dem Lörracher Skulpturenweg Foto: Barbara Ruda

  2. Klaus Stein (rechts) führte kurzweilig ; hier an der Pyramide. Foto: Barbara Ruda

LÖRRACH. Hoch oben über den Dächern der Stadt auf der Rathausterrasse trafen sich am Donnerstagnachmittag 25 Kunstinteressierte BZ-Leser, um im Rahmen der Ferienaktion der Badischen Zeitung mit Klaus Stein den Lörracher Skulpturenweg entlangzulaufen. Dort galt es, Flughöhe für das Thema "Stadt und Kunst" zu gewinnen, wie der kürzlich in Ruhestand gegangene Leiter der Stadtentwicklung fand.

Bei dem trotz zweieinhalb Stunden Dauer sehr kurzweiligen Kunst-Spaziergang erzählte Klaus Stein, Stadtbaudirektor i.R., nicht bloß Wissenswertes zu Kunst und Künstlern. Beide sind ohne Frage so hochkarätig, dass sie sich in einem Museum für Gegenwartskunst behaupten könnten. Indem er aus dem Nähkästchen plauderte, über Entstehungs- und Entscheidungsprozesse berichtete und dies mit kleinen Anekdoten schmückte ließ Klaus Stein die Teilnehmer ein Stück Stadtgeschichte nacherleben. Manchmal blitzte dabei auch gehörig das Schlitzohr durch.

Als Stein in den 70er Jahren nach Lörrach gekommen war, war es ihm nach eigenen Angaben schwer gefallen, das "amorphe, abgasdurchwaberte Irgendetwas" als Heimat wahrzunehmen. Die Zeit war damals reif, der Stadt so etwas wie Identität zu geben. Deshalb ist ihm in seiner Funktion als Leiter des Stadtbauamtes und danach des Fachbereichs Stadtentwicklung gleich noch das Thema "Innenstadtgestaltung" zugewachsen.

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Deren Gestaltungsprinzip "Straße - Platz - Zeichen" wurde nach und nach umgesetzt. Nun reihen sich sieben Innenstadtplätze mit ihren "Zeichen" wie Perlen an einer Schur auf und geben der Stadt ein Gesicht: Zuerst durfte Stein in Sachen Kunst noch ein bisschen üben, als er 1990 eingangs der Schwarzwaldstraße Franz Bernhards "Sitzende" platzierte. Von der Dachterrasse aus konnte man diese Skulptur gut betrachten. Auch die anderen Kunstwerke auf dem Weg ließ Stein nicht kommentarlos links liegen: die "Triade" auf dem Rathausplatz, die Ulrich Rückriem so kommentierte "Ist mir ein bisschen zu viel Legoland", Jörg Böllings Brunnen, der ursprünglich für das neue Bettenhaus am Kreiskrankenhaus vorgesehen war, was aber am Einspruch der Urologen scheiterte, die meinten, so etwas Unanständiges könne man dort nicht aufstellen, oder die Milleniumsplastik von Bernd Goering vor dem Landratsamt.

Natürlich "entdeckte" die Gruppe auf dem Fußweg auch die Zeichen neu: Die Fontänen von Franz Härings "Wolkenwaage" auf dem Senigallia Platz, sollten den Bürgern akustischen Schutz bieten. Stephan Balkenhols "große Säulenfigur" auf dem Senser Platz, wird mit der Zeit immer grauer, von den Lörrachern aber geliebt. Der Rückriem-Würfel auf dem Alten Markt und Bruce Naumans "Truncated Pyramid Room" vor dem Burghof sind die in der Bevölkerung wohl die umstrittensten Werke – ganz anders als Beatrice Sassens beliebte Skulptur "Licht im Kopf" auf dem Meeraner Platz. Beim Umtrunk im Barcode dankten die begeisterten Teilnehmer BZ-Regionalverlagsleiter Klaus Felber und Klaus Stein für die tolle Veranstaltung.

Nächste BZ-Ferienaktionen in Lörrach: Fahrradtour entlang der Wiese zu den Themen Wiesionen und Stadtentwicklung, Donnerstag, 2. September, Treff: 17 Uhr, Grenze in Stetten an der Wiese; Wanderung am Maienbühl mit "Grenzgeschichten", Donnerstag, 9. September, 17 Uhr, Treff: Jugendherberge am Salzert; Anmeldung: BZ-Geschäftsstelle Lörrach: 07621/ 40380

Autor: Barbara Ruda