Glaube

Pfarrer in Lörrach freuten sich über volle Kirchen zu Weihnachten

Daniel Scholaster

Von Daniel Scholaster

Di, 26. Dezember 2017 um 13:47 Uhr

Lörrach

In den Weihnachtsgottesdiensten feierten tausende Gläubige verschiedener Konfessionen das Fest von Christi Geburt.

Weihnachten ist neben Ostern und Pfingsten das wichtigste Fest der Christenheit. Die BZ berichtet exemplarisch über drei verschiedene Gottesdienste aus Lörracher Kirchengemeinden. In der Alten Feuerwache fand zudem wieder die Feier "Weihnachten gemeinsam" der evangelischen Allianz statt.

Stadtmission Lörrach

Die Stadtmission Lörrach konnte sich an Heiligabend und dem ersten Weihnachtsfeiertag über zahlreiche Besucher freuen, wobei der Familiengottesdienst an Heiligabend mit 450 Teilnehmern besonders stark frequentiert war. Gemeinschaftspastor Stefan Heeß ging in seiner Weihnachtspredigt auf die Rolle Jesu als Friedensfürst ein. Weil Gott durch Jesus den Christen Frieden schenke, könnten diese zu Friedensstiftern in der Welt werden. Trotz aller Kritik, die immer wieder an das Christentum herangetragen wurde und wird, hätten dies viele christliche Persönlichkeiten unter Beweis gestellt.

Als Beispiele nannte er die beiden Ordensgründer Franz von Assisi und Benedikt von Nursia, Henri Dunant (Begründer des Roten Kreuzes), Florence Nightingale (Pionierin der professionellen Krankenpflege), Dietrich Bonhoeffer und Mutter Teresa. Dagegen habe es der moderne Atheismus nicht vermocht, der Welt Frieden zu bringen – trotz aller vollmundigen Versprechen selbsternannter säkularer Heilsbringer. Im Gegenteil hätten deren Ideologien viel Leid über die Menschheit gebracht. Wer aber wisse, dass er Gottes Kind sei, der erlebe wahrhaften Frieden. Denn er könne darauf vertrauen, dass Gott auch in den Kämpfen des Alltags gegenwärtig sei.

Evangelische Kirche Rötteln

Auch Pfarrer Daniel Völker von der Evangelischen Kirchengemeinde Rötteln registrierte überdurchschnittlich viele Besucher besonders an Heiligabend. Die beiden Aufführungen des Krippenspiels zogen sogar bis zu 500 Menschen an. Auch am ersten Christtag feierte die Gemeinde einen Gottesdienst. Pfarrer Völker predigte über "Jesus, das Licht der Welt". Genau wie heute sei die Botschaft Jesu nicht immer freundlich aufgenommen worden.

Schon damals vor 2000 Jahren hätten die Pharisäer die Autorität Jesu infrage gestellt. Es sei schließlich eine gewagte Aussage, Licht der Welt sein zu wollen. Die Pharisäer wussten noch nicht, dass der Weg Jesu zu Kreuz und Auferstehung führen würde. Doch seit dieser Zeit gebe es die Christen, die darüber Zeugnis ablegten und das Licht Jesu in die Welt hinaustrügen. Am Anfang des Weges als Christ aber stehe das Vertrauen, dass Jesus Christus seinen Nachfolgern die Dunkelheit erhellen werde, wenn sie sich auf ihn einließen.

Katholische Kirche Lörrach

Die beiden katholischen Pfarrer in Lörrach, Thorsten Becker und Michael Spath, haben an Weihnachten immer besonders viel zu tun, da sie in jeder Gemeinde ihrer Seelsorgeeinheit Gottesdienste abhalten. An Heilig Abend waren in acht Gottesdiensten etwa 2800 Gläubige in den Kirchen, am ersten Weihnachtstag in vier Gottesdiensten etwa 1000. Pfarrer Becker erzählte in seiner Predigt eine Anekdote. Vor kurzem habe ihn ein Kollege nach einer Tagung schnell zum Bahnhof bringen wollen mit der Begründung, er hätte ja ein Navi in seinem Auto. Bald stellte sich aber heraus, dass der Amtsgenosse nicht auf die Ratschläge des Geräts hörte, sondern seinen eigenen Weg fuhr, es aber dennoch auf Umwegen rechtzeitig zum Bahnhof schaffte. Zum Abschied habe er ihm noch erklärt, manchmal sei der direkte Weg eben nicht der beste.

Das, so Pfarrer Becker, habe sich wohl Gott auch gedacht, als er seinen Sohn vor über 2000 Jahren auf die Erde gesandt habe. Schließlich sei Jesus damals nicht in Macht und Herrlichkeit, sondern als kleines Kind in Windeln auf die Welt gekommen. Gott sei Mensch geworden, um den Menschen ganz nah zu sein und ihnen von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Auch heute könne es nicht schaden, einmal Umwege zu gehen und auf seine Nächsten zu achten.

Weihnachten gemeinsam

Unter der Schirmherrschaft von Landrätin Marion Dammann veranstaltete die Evangelische Allianz Lörrach elften Mal "Weihnachten gemeinsam". Rund 80 Personen kamen zu der Feier an Heilig Abend. Die Alte Feuerwache war von den mehr als 30 Helfern weihnachtlich geschmückt worden. Unter der Leitung von Angelika und Hans-Otto Glaser bewirteten und betreuten die Mitglieder verschiedener evangelischer Gemeinden die Gäste.

Nach Begrüßung und Suppe – das Abendessen wurde wiederum vom Margarethenheim, Lörrach gespendet – hielt Marion Dammann eine kurze Ansprache und verlas ein Gedicht zum Nachdenken über den Sinn von Weihnachten und was ihr Halt gibt im Leben – ihr christlicher Glaube. Philipp Klein, Jugendpastor der FEG, Lörrach hielt eine Andacht darüber, dass die Geburt Jesu die ganze Welt auf den Kopf stellte.

Den musikalischen Rahmen mit Weihnachtsliedern zum Mitsingen gestaltete das Duo Tina und Jo, die auch noch Lieder aus ihrem Repertoire aus den 1960er und 70er Jahren spielten. Ein Quiz von Hans-Otto Glaser über das Luther-Jahr wurde mit attraktiven Preisen prämiert, jeder Gast wurde vom Gabentisch zum Abschluss und als "Bescherung" beschenkt.