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09. März 2012

Probleme mit SBB-Zügen

Behindertenbeirat beklagt Schwierigkeiten für Rollstuhlfahrer / Wahlen zum Beirat im Juni.

  1. Dirk Furtwängler, Vorsitzender des Behindertenbeirats. Foto: Mink

LÖRRACH. Die Wahl des Behindertenbeirates im Juni und die Benutzung von Bus und Bahn durch behinderte Menschen waren Themen im Behindertenbeirat der Stadt. Gerade bei der Nutzung der SBB haben Rollstuhlfahrer es nicht leicht, wurde festgestellt.

Am 4. Juni wird ein neuer Behindertenbeirat gewählt. Die fünfjährige Amtszeit des Beirats läuft im Sommer aus, Delegierte von Behindertenvereinen und Selbsthilfegruppe treffen sich an diesem Tag zur Wahl eines neuen Gremiums. Wie Jan Wenner von der Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Behindertenbeirats berichtete, wurden die Institutionen bereits angeschrieben und um Kandidatenvorschläge gebeten. Bis zum 2. Juni können Kandidaturen bei der Stadtverwaltung eingereicht werden. Kandidieren kann, wer mindestens 50 Prozent schwerbehindert und mindestens 18 Jahre alt ist und in Lörrach wohnt. Wie Wenner feststellte, ist in der ersten, fünfjährigen Amtszeit einiges passiert, viele Dinge seien angestoßen und ins Leben gerufen worden, und das mache sicherlich Lust, in den Gremium mitzuarbeiten.

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Neben der anstehenden Wahl stehen noch weitere Aktivitäten auf dem Programm. Im Mai möchte der Behindertenbeirat nach Basel fahren, und zwar mit S-Bahn und Tram. "Busfahren kann jeder", meinte der Vorsitzende des Behindertenbeirats, Dirk Furtwängler. Ganz einfach ist die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Behinderte allerdings nicht, wie er feststellte. So muss das Gremium zum Bahnhof SBB fahren, weil am Badischen Bahnhof Rollstuhlfahrer nicht aussteigen können.

"Das ist ein trauriges Kapitel. Mit der Deutschen Bahn ist es möglich, am Badischen Bahnhof auszusteigen, mit der SBB nicht", stellte Furtwängler fest. Wenn sie sich vorher anmelden, werden Rollstuhlfahrer mit einer Vorrichtung aus den Zügen der Bahn transportiert. Diese Vorrichtung funktioniert jedoch nur, wenn es aus dem Waggon auf den Bahnsteig hinunter geht, wie das bei den DB-Zügen der Fall ist, nicht jedoch, wenn aus der Niederflur-S-Bahn ein Höhenunterschied nach oben auf den Bahnsteig zu bewältigen ist. Deshalb muss der Beirat weiterfahren zum Bahnhof SBB, wo der Ausstieg auf gleichem Niveau stattfindet, und dann mit dem Tram weiter in die Innenstadt, wo es eine Stadtführung für Rollstuhlfahrer und Blinde geben wird, wie Furtwängler ankündigte.

Am 1. September wird der Behindertenbeirat einen Infostand auf dem Alten Marktplatz aufbauen, am 19. und 20. Oktober findet im Hebelsaal des Dreiländer-Museums das "Kino für alle" statt, das in jüngster Zeit sehr guten Zuspruch fand, wie Furtwängler feststellte. Irena Rietz berichtete aus dem "Netzwerk Inklusion" und dem "Netzwerk Barrierefreiheit", die auf Landkreisebene ins Leben gerufen wurden und sich kreisweit um die Belange Behinderter kümmern.

Autor: Thomas Loisl Mink


2 Kommentare

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Dietmar Pfeiffer

Registriert seit: 09.03.2012

Kommentare: 1

09. März 2012 - 12:20 Uhr

Warum wird die Leistung der SBB im Wiesental hier wieder einmal so negativ dargestellt? Tatsache ist doch, dass Rollstuhlfahrer von und nach allen Stationen der S5 und S6 mit Ausnahme des Badischen Bahnhofs ohne Probleme fahren können. Und das, ohne sich vorher, wie bei der DB notwendig, an allen Stationen zwecks Ein- und Ausstieghilfen anmelden zu müssen. Aber es ist ja heutzutage leider meistens so, dass man nicht das Positive hervorhebt, sondern lieber den einzig negativen Punkt herausgreift und benennt. Und den hat in diesem Fall noch nicht einmal die SBB GmbH zu verantworten, sondern die im Artikel so gelobte DB, die es noch nicht einmal schafft ihre Züge und Bahnsteige im Nahverkehr so zu gestalten, dass Rollstuhlfahrer immer und überall ohne Hilfe reisen können. Zum Beispiel ist es überhaupt kein Problem für einen Rollstuhlfahrer mit der SBB von Lörrach nach Weil am Rhein zu gelangen. Nur der Umstieg in Weil auf die DB-Regional-Züge nach Freiburg ist dann unmöglich, weil es hier keine Aufzüge, geschweige denn DB-Personal oder Material für die Umsteigehilfe gibt. Man sollte also lieber an ganz anderen Stellen mit den Forderungen ansetzen.

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Mark Kalewski

Registriert seit: 16.10.2010

Kommentare: 1233

09. März 2012 - 21:30 Uhr

Stimmt. Die SBB ist für den Betrieb zuständig, für die Infrastruktur die DB. Aber weiß Otto Normalkunde das, bzw. muss ihn das überhaupt interessieren? Im Badischen Bahnhof liegt noch einiges mehr im Argen in Sachen Benutzerfreundlichkeit. Es gibt keine allgemein zugänglichen Lifte von der Unterführung von bzw. zu den Bahnsteigen, nur einen ausschließlich von Dienstpersonal bedienbaren umständlichen Lastenaufzug. Lediglich zu einem einzigen breiteren Bahnsteig führt eine recht steile Rampe. Mehrfach habe ich erlebt, dass Rollstuhlfahrer es mit Hilfe anderer Fahrgäste zwar vom Zug raus auf den Bahnsteig schafften, aber von dort nicht weiterkamen und hilflos allein waren, weil die Helfer schnell zu ihrem Anschlusszug mussten. Es gibt zwar eine sogenannte 3S-Stelle (Sicherheit, Service, Sauberkeit) ganz hinten am ICE-Bahnsteig 3/4, eine Rufmöglichkeit dieser Leute von den anderen Bahnsteigen aus habe ich aber noch nirgends entdeckt. Die Treppenabsätze hatten bis vor wenigen Jahren nicht mal aufgemalte Warnmarkierungen, die jetzigen weißen sind schon wieder abgenutzt und auch so kaum sichtbar. Die Gepäckbänder neben den Treppenaufgängen sind schon seit Jahren fast immer defekt/abgestellt, für weniger kräftige Fahrgäste mit schwerem Koffer eine Zumutung, für Kinderwagen und Rollstühle nutzlos. Velofahrer dürfen selbst die stehenden Bänder nicht als Hilfe hinauf benutzen, ich wurde deswegen schon angeraunzt, obwohl alles frei war. Im erst vor wenigen Jahren renovierten, trotzdem zugigen Wartegangteil vor dem Zoll fehlt nach wie vor eine Abfahrtanzeigetafel und Uhr. Die Toiletten sind "diskussionswürdig". Die Velostellplätze vor dem Bahnhof bei weitem nicht ausreichend, Chaos. Am Ausgang nur ein schlecht lesbarer, winzig beschrifteter, vergammelter Stadtplan, keine deutliche Beschilderung für Ortsfremde, wo lang es denn nun zur Innenstadt/Messe geht. Usw. usw.

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