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25. Februar 2016 18:02 Uhr

Bund fördert neue Fachstelle

"Sprach-Kitas" für mehr Chancengleichheit

In Lörrach wird eine neue Fachstelle für die Koordinierung der Sprachförderung in den Kindergärten geschaffen. Der Bund finanziert das Projekt.

  1. Michaela Kern (re.) wird die Fachstelle bekleiden. Neben ihr Ute Lusche und Frank Hovenbitzer von der Bürgerstiftung. Foto: Ehrentreich

LÖRRACH. Seit Jahren schon ist die Sprachförderung für die Kleinsten ein Schwerpunkt der Bürgerstiftung. Nicht nur der Zuzug vieler Asylsuchender gibt dem Thema zusätzliches Gewicht. Nun hat das Familienministerium des Bundes ein Programm aufgelegt, das vor Ort die Einrichtung von Fachstellen für die Sprachförderung ermöglicht. Die Bürgerstiftung bewarb sich um die Trägerschaft und erhielt den Zuschlag.

"Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist", heißt das neue Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Mit 400 Millionen Euro werden bis zu 4000 Fachstellen zunächst vier Jahre lang gefördert, um zu mehr Chancengerechtigkeit zu gelangen, eine davon wird in Lörrach angesiedelt. Michaela Kern, die unter dem Dach der Bürgerstiftung seit Jahren mit viel Engagement Lörracher Kitas bei der Sprachförderung unterstützt, wird die halbe Stelle bekleiden.

Jede Fachstelle ist für einen Verbund von "Sprach-Kitas" zuständig. Die Lörracher Stelle versammelt elf, davon sechs in Lörrach und fünf in Weil am Rhein, Rheinfelden, Breisach und Albbruck. Zu den sechs Kitas in der Kreisstadt gehören automatisch jene Vier, die bereits im Vorläuferprogramm "Frühe Hilfen" waren: Das Montessori-Kinderhaus auf dem Bühl, das Kinderland in der Baumgartner Straße, der Matthias-Claudius-Kindergarten in der Homburg-Siedlung und der Kindergarten Salzert. Um neu aufgenommen zu werden, war Voraussetzung, dass mindestens 70 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund haben. Dies ist in den Kindergärten St. Anna (Stetten) und St. Peter (Nordstadt) gegeben. Wer ins Programm darf, hat das Land ausgesucht, erklärte Ute Lusche als Vorsitzende der Bürgerstiftung bei einem Pressegespräch.

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Die sechs Lörracher Kitas plus die fünf anderen unterstützt die Fachstelle künftig mit den drei Säulen Sprachförderung, interkulturelle- und Elternarbeit. Die Fachstelle begleitet und unterstützt die Fachkräfte in den Kitas, die Weiterentwicklung von Konzepten, die Vernetzung und Fortbildung, gibt praktische Hilfen und mehr.

Michaela Kern tut aber mit weiteren 20 Stellenprozenten weiterhin das, was sie bisher schon tat: Sie ist für alle Lörracher Kindergärten da, die sich beim Thema Sprachförderung und interkulturelle Arbeit weiterentwickeln wollen. Dazu gehören etwa die Vernetzung oder Praktisches wie Materialsammlungen und die Organisation von Elternangeboten mit Übersetzung. Diese 20 Prozent finanziert weiterhin die Bürgerstiftung, außerdem Teile der Fachstelle wie Fahrtkosten.

Ute Lusche und Frank Hovenbitzer von der Bürgerstiftung, die mit Michaela Kern die "Sprach-Kitas" vorstellten, sehen sich in ihrem Weg bestätigt. Schon lange betone die Stiftung, es brauche nicht nur die Arbeit in den Einrichtungen, sondern auch eine Koordinierung. Die Vorarbeit von Michaela Kern zahle sich aus, betonte Ute Lusche: Ohne sie wäre Lörrach nicht mit sechs Kitas im neuen Programm vertreten. Es sei ein großer Schritt, der hier getan werde, sagte Ute Lusche, auch im Hinblick auf die Planungssicherheit. Sie würde sich freilich wünschen, dass alle Kitas in den Genuss kommen könnten.

Autor: Sabine Ehrentreich