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14. Januar 2011 17:11 Uhr
Synagoge mit Leben füllen
Hoffnungen auf gute Entwicklungen und Zusammenarbeit begleiten den neuen Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Moshe Flomenmann. Aus ganz Baden waren Rabbiner zu seiner Amtseinführung gekommen, auch christliche und muslimische Vertreter.
"Der 13. Januar ist ein wichtiges Datum", sagte der Vorsitzende des Oberrates der Israeltischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden, Wolfgang Fuhl. Vor 202 Jahren wurden an diesem Tag die Juden im Großherzogtum Baden mit dem Konstitutionsedikt staatsbürgerlich gleich gestellt. 2011 bekommen die jüdische Gemeinde Lörrach und die Stadt einen Rabbiner. Ende dieses Jahres, so hofft Fuhl, könnten alle zehn badischen Gemeinden einen eigenen Rabbiner haben.
Der 28 Jahre alte Moshe Flomenmann war zuletzt Landesrabbiner in Sachsen-Anhalt und dort Nachfolger des badischen Landesrabbiners Benjamin Soussan (Freiburg). Der rühmte bei der Feier in der Lörracher Synagoge, dass der an der Rabbineruniversität in Manchester ausgebildete Kollege bereits die "Krone der Thora" trage, er trage auch einen großen Namen: Moshe (Mose). Dieser sei auch Verpflichtung. Soussan zeigte sich überzeugt, der Kollege werde hier "sehr gute Arbeit machen". Das sieht auch Hanna Scheinker so, die sich als IKG-Vorsitzende überglücklich zeigte, dass die Gemeinde Flomenmann als Rabbiner hat.
Dass der im Kollegenkreis geschätzt wird, unterstrich die Anwesenheit zahlreicher badischer und Basler Rabbiner sowie des Kollegen aus St. Louis. Mit Flomenmann, so Fuhl, könne die jüdische Gemeinde nun auch in der Gruppe Abraham, die in Lörrach dem interreligiösen Dialog verpflichtet ist, auf Augenhöhe mitarbeiten. Für die Gruppe Abraham formulierte der evangelische Pfarrer Walter Vehmann den Wunsch, dass der Rabbi den Weg des Friedens vor Ort mitgehen werde. Mit dem christlichen Vertreter waren auch die Muslime Basri Begen, Gemeindevorstand, und Imam Bekir Polat von Ditib Lörrach sowie Fatih Sahan, der Ditib-Beauftragte für den interreligiösen Dialog in Baden, gekommen. Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm freute sich, dass jetzt so ein junger und erfahrener Rabbiner in Lörrach sei, dem sie die Unterstützung der Stadt bei seiner Arbeit zusagte. Diese wird zu großen Teilen darin bestehen, das jüdische Leben in der Synagoge zu fördern. Denn, so Flomenmann, eine so schöne Synagoge zu haben sei nicht alles. Der Beruf des Rabbiner sei für ihn "Verpflichtung gegenüber den Menschen und Gott".
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Autor: ktz
