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21. Januar 2011

"Wasser gehört nicht in die Hand von Spekulanten"

BZ-INTERVIEW zum Film "Wasser unterm Hammer".

  1. Sandrine Knieke, Pressesprecherin von Attac Lörrach Foto: BZ

LÖRRACH. Heute, morgen und am Sonntag zeigt die Lörracher Attac-Gruppe zusammen mit dem Free Cinema jeweils um 20 Uhr den Film "Water makes money" von Leslie Franke und Herdolor Lorenz. Der französische Konzern "Veolia", dessen Geschäftspolitik im Film beleuchtet wird, versucht unterdessen, den Film gerichtlich verbieten zu lassen. Thomas Loisl Mink sprach mit Sandrine Knieke, der Pressesprecherin von Attac Lörrach, über die Filmvorführung, die im Free Cinema beim Nellie Nashorn stattfindet.

BZ: Frau Knieke, worum geht es denn in dem Film?

Knieke: "Water makes money" ist die Fortsetzung des Films "Wasser unterm Hammer", in dem es um die Privatisierung der öffentlichen Wasserversorgung ging. Heute heißt das nicht mehr Privatisierung, sondern Public-Private-Partnership, und eine zentrale Rolle spielen dabei, große international tätige Firmen wie "Veolia" oder "Suez", die auch in Politik und Wirtschaft einen großen Einfluss ausüben. Sie sind zum Beispiel auch dabei, wenn es darum geht, bestimmte Normen festzulegen. Sie bestimmen praktisch die Normen, die sie dann einzuhalten haben.

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BZ:
Ist die Privatisierung der Wasserversorgung auch in Europa ein Thema?

Knieke: Ja, das betrifft ganz massiv auch Europa. In Frankreich sind 80 Prozent der Wasserversorgung privatisiert, und auch in Deutschland ist das in etlichen Kommunen der Fall, in Berlin und Braunschweig zum Beispiel. In Frankreich versuchen die Kommunen inzwischen, die Wasserversorgung wieder in die eigenen Hände zu bekommen. In Berlin hat man auch versucht, die Wasserversorgung wieder zurückzukriegen, was aber nicht so einfach ist, weil es da Geheimverträge gibt mit Festlegungen von garantierten Renditen.

BZ: "Veolia" versucht, diesen Film verbieten zu lassen. Gibt es konkrete Angaben, warum man das will oder was Ihrer Ansicht nach im dem Film falsch sei?

Knieke: Die können bis jetzt keinen Fakt benennen, der falsch wäre. Sie sagen, der Film sein eine Verleumdung. "Wasser unterm Hammer" ist ja auch im Fernsehen nicht gezeigt worden, obwohl er vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) mitproduziert wurde. "Veolia" hat sich an den NRD gewandt, und auf der "Veolia"-Homepage heißt es, im Einvernehmen mit dem ARD-Chefredakteur Volker Herres durfte der Film nicht ausgestrahlt werden. Und das, obwohl der Dokumentation kein einziger inhaltlicher Fehler nachgewiesen wurde.

BZ: Was gab für Attac den Ausschlag, den Film zu zeigen?

Knieke: Das Motto von Attac ist: Die Wirtschaft muss den Menschen dienen. Wasserversorgung gehört ganz klar nicht in die Hand von Spekulanten und Geschäftemachern, sondern die Kommune sollte dazu da sein, die Menschen zu versorgen.

BZ: Bei der Aufführung am Sonntag wird auch der Regisseur Herdolor Lorenz anwesend sein. Wie kam es dazu?

Knieke: Die Filmemacherin Leslie Franke war bei dem letzten Film, den wir auch gezeigt haben, auch schon in Lörrach auf Einladung von uns, und da haben wir uns darauf bezogen, und die waren sofort bereit, wiederzukommen.

Autor: tm