WOCHENSCHAU: Topf und Teller

Sabine Ehrentreich

Von Sabine Ehrentreich

Sa, 27. Mai 2017

Lörrach

Dass gemeinsames Kochen und Essen verbindet, weiß jeder, der das in der Familie und im Freundeskreis pflegt. Das Projekt "Kitchen on the run", das in den kommenden Wochen Geflüchtete und Einheimische auf dem Rathausplatz zusammenbringen will, setzt da an. Berührungsängste schwinden am leichtesten, wenn man gemeinsam etwas tut, und mögliche Sprachbarrieren lassen sich an Topf und Teller leicht überwinden. In Lörrach gibt es mit einem ähnlichen Ansatz bereits gute Erfahrungen. Als in Hauingen noch Flüchtlinge untergebracht waren, wurde unter Federführung des Freundeskreises regelmäßig im Gemeindehaus gemeinsam gekocht und gegessen – die Aktionen sind in bester Erinnerung. Es ist in mehrfacher Hinsicht eine Chance, dass Lörrach den Zuschlag für "Kitchen on the run" erhalten hat. Es ist ein kreativer Ansatz, aus dem neue Integrationsprojekte erwachsen können und sollen. Und vielleicht bleibt ja mancher dabei, der auf diese Weise einen ersten Kontakt zu Geflüchteten bekam. Dass der Arbeitskreis Miteinander und der Freundeskreis Asyl Verstärkung brauchen können, wurde schließlich diese Woche berichtet.

Lückenschluss

Und noch eine gute Nachricht: Am Lerchenhof, wo schon vor geraumer Zeit die gründlich sanierungsbedürftigen Häuser abgerissen wurden, wird sich in absehbarer Zeit etwas tun. Neben der Wohnanlage Niederfeldplatz zwischen Kreuz- und Brühlstraße plant die Baugenossenschaft Lörrach mehrere Gebäude mit insgesamt bis zu 45 Wohnungen. Bis 2020 könnte die Anlage in zentraler und bestens angebundener Lage, in die die Baugenossenschaft 14 Millionen Euro investieren möchte, bezugsfertig sein. Damit wäre auch diese Lücke geschlossen, die angesichts der bekannten Lage auf dem Immobilienmarkt schmerzte. Viele Projekte dieser Art braucht die Stadt in den nächsten Jahren. Jedes Einzelne, das angepackt wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung.