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04. April 2011

Die Bürger nehmen ihr Haus in Besitz

Beim Tag der offenen Tür mit Ausstellungseröffnung im neuen Bürgerhaus in Rheinhausen herrscht Volksfeststimmung.

  1. Eröffnung des Bürgerhauses in Rheinhausen. Tag der Offenen Tür. Foto: Siegfried Gollrad

  2. Tag der offenen Tür im Bürgerhaus: Das Foyer wurde am Sonntag mit einer Vernissage und Reden von Ehrengästen eingeweiht. Rechts am Pult der Baumeister des Hauses, Architekt Walter Hess. Foto: Ilona Hüge, Siegfried Gollrad

RHEINHAUSEN. Mit einem Konzert, der Eröffnung einer Ausstellung und einem Tag der offenen Tür wurde das neue Bürgerhaus in Rheinhausen offiziell seiner Bestimmung übergeben. Volksfeststimmung herrschte am Sonntag: Rheinhausener und Bürger aus Umlandgemeinden nutzten die Gelegenheit, die Räume des von Architekt Walter Hess konzipierten, rund 4,6 Millionen Euro teuren Gebäudes mit einer Nutzfläche von 1200 Quadratmetern in Augenschein zu nehmen. Ein buntes Programm sorgte für Unterhaltung.

Der Tag der offenen Tür begann mit der Vernissage der Ausstellung mit Bildern von Manfred Matzke und einer ausführlichen Würdigung des neuen Hauses.

"Ab heute hat die Gemeinde Rheinhausen einen neuen Mittelpunkt", sagte Landrat Hanno Hurth. Er zählte zu den offiziellen Gästen bei der Eröffnung des Foyers im Bürgerhaus und überbrachte die Glückwünsche des Landkreises zum Neubau. "Das Bürgerhaus war eine demokratische Entscheidung", erinnerte er an den Bürgerentscheid, "das Ergebnis kann sich sehen lassen". Auch wenn der Weg ein schwieriger Prozess gewesen sei, werde das Bürgerhaus das Zusammenwachsen der beiden Ortsteile beschleunigen. "Sie haben allen Grund zum Feiern, und wie sie es tun, verdient Anerkennung", sagte er zur Einweihung in Verbindung mit einer Kunstausstellung.

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Architekt Walter Hess übergab keinen Schlüssel, denn das neue Haus hat bekanntlich eine moderne Schließanlage. Er überreichte am Sonntag den Energieausweis für das Gebäude an Bürgermeister Jürgen Louis. Die frühzeitige und ehrliche Auseinandersetzung im Gemeinderat über die Ziele beim Bau habe eine gute Basis für die weitere Arbeit gelegt, sagte Hess, und es gewährte den Planern Freiheiten für kostenbewusste und architektonisch sinnvolle Gestaltung. Aus dem anfänglich mit Skepsis beurteilten Miteinander von "Remmi-demmi-Räumen und Verwaltungsbüros" wurde im Ergebnis ein positiver Synergie-Effekt, sagte Hess. Das Haus zeichne sich durch geradlinige, zeitlose Architektur aus.

Glückwünsche zum neuen Haus gab es auch von den Vertretern aus Rheinhausens beiden Partnerstädten. Ian Poloczek, Bürgermeister von Wisla/Polen, gratulierte mit einem Präsent und freute sich, dass Wisla für den Namen des Trauzimmers Pate stand. Wittisheim, die Partnergemeinde im Elsass, stellt den Namen für den Tagungsraum des Gemeinderats. Justin Fahrner, Bürgermeister-Stellvertreter in Wittisheim, brachte eine launige Geschichte mit. Die Partner aus Rheinhausen hatten beim Besuch die Mediathek bewundert und geseufzt, "so etwas möchten wir auch". Fahrner befürchtete nun, dass die Gäste aus Wittisheim beim Besuch des Bürgerhauses ganz genau dasselbe meinen werden.

Wie gut das neue Haus ankommt, zeigt auch der Beitrag des Gastes aus Freiburg. Jo Fahl, eigentlich für die Einleitung der Vernissage gekommen, zeigte sich "ziemlich überrascht". Für einen Freiburger, der sonst selten in den Norden des Breisgau kommt, war das Gebäude mit seiner Möglichkeit für Ausstellungen im Foyer etwas Wunderschönes, wie der sichtbare Frühling draußen vor der Tür.

Für den Bürgermeister ist das Foyer künftig "Herzstück für die Kunst" und ein Treffpunkt für alle Bürger. Und die machten von dem Angebot am Sonntag reichlich Gebrauch und tauschten sich intensiv aus, ob im großen, hellen Foyer, in den Verwaltungsräumen oder im Fest- und Konzertsaal. Es waren nur positive Stimmen zu vernehmen, voll des Lobes für ein bis ins Detail durchdachtes, multifunktionales, lichtdurchflutetes Gebäude mit klaren geometrischen Formen und schlichter Farbgebung: Weiß, schwarz und hellbraun.

Im Festsaal präsentierten sich unter anderem die Gemeinden Rheinhausen und Wittsheim sowie das DRK, der VdK und die Werkrealschule. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Ein buntes Bühnenprogramm mit pointierten Beiträgen sorgte für beste Unterhaltung. Neben dem Bürgerhaus präsentierten sich Feuerwehr und Bauhof. Am Stand der BZ war Spaß für die Kinder geboten. Über die Matzke-Ausstellung und die Präsentation des Rheinhausener Gewerbes berichten wir in der Dienstags-Ausgabe.

Autor: Ilona Hüge und Siegfried Gollrad