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17. Mai 2008

Das Studentenwerk hat ein Einsehen

Die erhöhten Preise in den Ausweichquartieren der geschlossenen Mensa im Institutsviertel sorgen bei den Studierenden für Unmut

  1. Bis Mitte Oktober bleibt die Mensa im Institutsviertel zu. Foto: sasse

Seit Anfang Mai ist die Mensa Institutsviertel wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Das Studentenwerk bietet in Ausweichquartieren in der Nähe – in den Kantinen der Oberfinanzdirektion (OFD), der Caritas und der Katholischen Fachhochschule (KFH) – Mittagessen an. Allerdings werden die Ersatzangebote bislang nicht angenommen – auch, weil die Preise deutlich über den Mensa-Preisen liegen. Während das Studentenwerk sie in dieser Woche gesenkt hat, ruft eine anonyme Gruppe zum Boykott der OFD-Kantine auf.

Mit der rund sechsmonatigen Schließung der 1971 erbauten Mensa im Institutsviertel an der Stefan-Meier-Straße ist das Essen für Studenten erheblich teurer geworden: So kostete ein Tagesgericht in der OFD für Studenten zunächst 3,50 Euro statt 2,35 Euro (das ist eine Steigerung um 49 Prozent), in dieser Woche hat das Studentenwerk den Preis für Studierende um 55 Cent auf 2,95 Euro und für Uni-Mitarbeiter von 4,50 Euro auf 3,50 Euro gesenkt. Hingegen gibt’s den "Schnellen Teller" weiterhin für 2,50 Euro (in den Uni-Mensen für 1,50 Euro). Noch teurer ist ein Mittagessen an der KFH, dort zahlen Studenten 3,75 Euro, was eine Steigerung um 60 Prozent bedeutet. Die neuen Preise machen sich bemerkbar: Kamen am ersten Tag der neuen Regelung noch 300 Studierende und Unimitarbeiter in die OFD, ist ihre Anzahl mittlerweile deutlich zurückgegangen; der nach der Schließung der Mensa im Institutsviertel erwartete Zulauf in die Mensa Rempartstraße ist bislang ausgeblieben und auch der Shuttlebus zur Mensa Rempartstraße wird kaum in Anspruch genommen. "Wir haben eingesehen, dass der Preisunterschied für Studierende zu groß war", begründet Renate Heyberger, stellvertretende Geschäftsführerin des Studentenwerks, die Preissenkung.

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Offizielle Forderungen nach einer Preissenkung von Seiten der Studierenden habe es nicht gegeben, "nur Gemurre" sei zu vernehmen gewesen. 3,50 Euro und 2,50 Euro sei im Übrigen exakt der Betrag, den das Studentenwerk an die Kantine der Oberfinanzdirektion für ein Tagesgericht beziehungsweise einen "Schnellen Teller" bezahlen muss: "Wir haben nie versucht, mit den neuen Preisen Geld zu verdienen", versichert Heyberger. Das Konzept für die Ausweichquartiere sei für die Dauer der 4,3 Millionen Euro teuren Sanierung vom Verwaltungsrat des Studentenwerks und von Studierendenvertretern abgesegnet worden. "Wir beißen jetzt halt in den sauren Apfel", sagt Heyberger. Will heißen: Die Preissenkung in Höhe von 55 Cent muss das Studentenwerk nun zusätzlich stemmen. Ohnehin wird jedes Tagesgericht, das ein Student in der Mensa verspeist, mit zwei Euro subventioniert.

Die anonymen Protestler fordern jedoch eine komplette Rücknahme der Preiserhöhung. In einem offenen Brief an das Studentenwerk appellierten sie, die "überhöhten Preise" von 3,50 Euro für ein Tagesgericht in der OFD-Kantine wieder auf den Mensa-Preis von 2,35 Euro herabzusetzen. Gleichzeitig riefen die Verfasser des Schreibens für Montag dazu auf, die provisorische Mensa in der Kantine der OFD zu boykottieren. Allerdings scheint der Aufruf bislang nicht unter den Studierenden bekannt geworden zu sein, gestern wusste keiner der von der BZ Befragten etwas von einer Boykottaktion, auch Flyer oder Plakate wurden im Umfeld der OFD nicht gesichtet.

Autor: Frank Zimmermann