Vorstoß für Verlegung von Stolpersteinen

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Fr, 29. Januar 2010

Ettenheim

Metz will Grundlage prüfen.

ETTENHEIM (fi). Mit den sogenannten Stolpersteinen im öffentlichen Raum – eine Aktion des Kölner Bildhauers Gunter Demnig, die bereits in mehrerer deutschen Städten unter anderen auch in Lahr läuft – soll an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung in den Kommunen erinnern. Unter den Nationalsozialisten hatten auch jüdische Mitbürger in Ettenheim zu leiden. Sie wurden wie 7500 Juden aus Baden und der Pfalz im Oktober 1940 in das südfranzösische Konzentrationslager Gurs deportiert. Die Stolpersteine – in den öffentlichen Straßenraum vor den ehemaligen Wohnhäusern dieser Opfer des Nationalsozialismus eingelassene, Pflasterstein große Messing-Quader – sollen diese deportierten Juden erinnern.

So ist jedenfalls der neuerliche Vorstoß von Robert Krais, Vorsitzender des deutsch-israelischen Arbeitskreises und Ettenheimer, zu verstehen. Er hatte bei Stadträtin Beate Kostanzer (SPD) vorgesprochen und diese gebeten. Das Projekt Stolpersteine in Ettenheim im Gemeinderat vorzubringen. Elisabeth Lüdemann (FLE) hatte vor Jahren schon einmal einen ähnlichen Vorstoß gemacht. Er war vom Gemeinderat nicht aufgenommen worden, weil das Schicksal der deportierten Juden nicht eindeutig zu belegen war. Damals galt der Grundsatz, dass Stolpersteine dann gelegt werden können, wenn gesichert ist, dass ehemaligen jüdischen Mitbürger einer Stadt durch die Deportation oder in den Konzentrationslagern ums Leben kamen.

Beate Kostanzer wie Elisabeth Lüdemann ("Die Aktion passt zu unserem Motto des Stadtfestes ’Steine erzählen’") erklärten in der Sitzung, dass Robert Krais neue Forschungsergebnisse über ermordete Ettenheimer Juden vorlägen, die Grundlage für mindestens fünf bis sechs Stolpersteinen in der Kernstadt sein könnten. Bürgermeister Bruno Metz erinnerte in dem Gremium daran, dass der Gemeinderat schon einmal eine Stolperstein-Aktion abgelehnt habe, erklärte aber auch, dass er die neuen Erkenntnisse prüfen und sich des Themas annehmen werde.