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25. Juli 2017

Der Reformator als Liederschreiber

Mitglieder aus Kirchenchören und andere Gäste ließen sich in Mahlberg auf die musikalische Welt von Martin Luther ein.

  1. „Singen wie Luther!“ lautete das Motto bei einem Liederabend zum Reformationsjubiläum in Mahlberg. Foto: Sandra Decoux-Kone

MAHLBERG-ORSCHWEIER. Martin Luther hatte nicht nur vor 500 Jahren die Reformation begründet er war auch Texter und Komponist zahlreicher geistlicher Lieder gewesen. Daran hat ein ganz spezieller Abend erinnert, der jetzt in Mahlberg unter dem Titel "Singen wie Luther!" stand.

Zum Abend fanden sich 26 Mitglieder und Liebhaber von Kirchenchören aus Schmieheim/Wallburg, Ettenheim, Kippenheim und Mahlberg im evangelischem Jakobus-Gemeindehaus in Mahlberg ein. Anlass war weniger die historische Musiktheorie, sondern der spontane Gesang. Eingeladen dazu hatte das evangelische Dekanat Ortenau mit Kirchengemeinden des Südbezirks im Rahmen Reformationsjubiläums.

Luthers Musik zu beleuchten, hatte Karin Beckendorff als Initiatorin der lokalen Luther-Reihe selbst übernommen. Fachkundig stand ihr Susanne Moßmann am Klavier zur Seite – schon seit 35 Jahren als Schmieheimer Kantorin und Organistin tätig und nicht minder historisch bewandert. Beiden gelang es nicht nur mit tiefen Kenntnissen, sondern einer gehörigen Portion Humor Luther gesangmäßig ins Diesseits zurückzuholen – etwa mit dessen wohl berühmtestem selbst komponiertem und getextetem Lied "Ein feste Burg ist unser Gott". Das Lied war einst zur Hymne der Reformation geworden und gehört seitdem zum festen Kanon .

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Die nächste Liedstation war Luthers nahezu unbekanntes eigenes "Glaubensbekenntnis", natürlich auf Deutsch. Dazu hatte er gregorianische Harmonien verwednet. Für sein getextetes "Haupt voll Blut und Wunden" hatte sich der ehemalige Mönch hingegen gezielt eine traurige mittelalterliche Minnegesang-Liebesmelodie geklaut, das funktionierte prächtig.

Und heute? Die Anwesenden sangen Luthers "Feste Burg" mit altem Text, aber auch in modern aufgepeppter Version ohne Vorbereitung vom Notenblatt. Reaktion darauf? Ja, das könnte so bei jüngeren Menschen besser rüberkommen!

Das gilt auch für moderne Lieder, zwar in Luther-Tradition, aber eben zeitgemäßer. So etwa ein Pop-Oratorium von Dieter Falk als Musical oder das aus einem Gospel entstandene "We shall overcome" und mehr. Auch da wurde gerne mitgesungen.

Luther-Jahr: Zum Abschluss der Jubiläumsreihe wird am 18. November im Ettenheimer "Löwen" gegessen wie bei Luthers – einschließlich der Tischreden.

Autor: Michael Masson