Einwände gegen eine Erweiterung

Irene Bär

Von Irene Bär

Fr, 15. Dezember 2017

Mahlberg

Die Bürgerinitiative Gewerbepark geht gegen den Bebauungsplan vor / Mitglieder können selbst die Staubemission messen.

MAHLBERG-ORSCHWEIER. Die Bürgerinitiative Gewerbepark will gegen die Erweiterung des German Pellet-Werkes angehen, die mit dem Bebauungsplan Rittmatten I und II möglich gemacht werden soll. Wie die beiden Vorsitzenden Klaus Deutschkämer und Peter Ohnemus bei der Hauptversammlung erklärten, haben die Bürgerinitiative und Bürger im Rahmen der Offenlage im September Einwendungen gegen den Bebauungsplan erhoben.

Klaus Deutschkämer sind nach eigenen Angaben 72 Unterzeichner bekannt, die gegen den Bebauungsplan Einspruch erhoben haben. Jetzt gelte es zunächst einmal abzuwarten, wie der Zweckverband die Einwendungen beurteilt. Allein Dieter Beck habe in diesem Jahr wieder 4000 Euro für Aufwendungen von Mitgliedern und Rechtsanwaltkosten bezahlt. Seit Bestehen der Bürgerinitiative seien es mehr als 20 000 Euro, die für eigene Gutachten und Rechtsanwälte bezahlt worden seien. Deshalb sei man weiterhin auf Spenden angewiesen.

Außerdem will die Bürgerinitiative die Staubemissionen selbst messen. Klaus Deutschkämer ist nach eigenen Worten im Internet auf einen Bausatz gestoßen, mit dem man sich mit ein bisschen technischem Verständnis und handwerklichem Geschick ein zuverlässiges Messgerät basteln kann. Von Amts wegen sei die Zuverlässigkeit bestätigt, Beanstandungen habe es nur bei feuchtem Wetter gegeben. 25 Euro kostet der Bausatz. "Mit sieben Käbelchen und zwei Kabelbindern wird der Bausatz zu einem Messgerät", zitierte Deutschkämer aus einer Internetseite. Seit 14 Tagen steht in Orschweier ein Messgerät, Paten für weitere Geräte werden gesucht.

Mit dem neuen Eigentümer des Pelletwerks – der Firma J. Rettenmaier & Söhne (JRS) aus Rosenberg – die die Anlage nach der Insolvenz von German Pellets übernommen hatte, will die BI weiterhin noch sprechen. Er selbst habe öffentlich seine Bereitschaft dazu erklärt. Auf einen Brief vom 10. März habe man aber bis heute keine Antwort erhalten.

Die Situation habe sich nicht verbessert

Enttäuscht sind die beiden Vorsitzenden darüber, dass sich die Situation am Pelletwerk nach der Übernahme weder verbessert noch die Störungen merklich nachgelassen hätten. Ein weiterer Grund für Enttäuschung sei die Antwort des Landratsamts. Die beiden Vorsitzenden Ende hatten die Behörde im April in einem Brief gebeten, ein Gespräch mit dem neuen Eigentümer zu moderieren. Das habe das Landratsamt Mitte Mai abgelehnt, weil es dies nicht für sinnvoll hielt, zitierte Deutschkämer aus der Antwort.

Die BI hatte sich beim Landratsamt zudem über Lärm und Geruch beschwert, unter anderem sei mehrfach ein Radlager in der Nacht ausgeklopft worden. Das habe auf einem technischen Defekt beruht und sei inzwischen behoben. Ebenso seien lärmrelevante Tätigkeiten eingestellt worden, so die Behörde, Geruchsemissionen seien unter der Grenze geblieben.

Einem unangemeldeten Besuch des Landratsamts sowie Messungen, bei denen es keine Beanstandungen gegeben habe, stellt die BI Ergebnisse aus eigenen Messungen an verschiedenen Stellen am 30. März gegenüber. Eine gewisse Tonalität sei nachweisbar festzustellen.
Wahlen: Vorsitzende: Klaus Deutschkämer, Peter Ohnemus; Schriftführer: Nikolaj Blasi; Rechner: Dieter Beck; Beisitzer: Horst Queck, Guido Krumm, Reinhard Bösch, Thomas Brettschneider, Lothar Krikowski, Martin Zetting, Michael Masson, Stefan Hartmann, Thilo Mösch

Mitglieder: 805

Weitere Informationen unter http://www.bi-gp.de