Bier statt Wein, Jodler statt Badnerlied

Claudia Bachmann-Goronzy

Von Claudia Bachmann-Goronzy

Fr, 05. Oktober 2018

March

Marcher Feuerwehr lädt am Tag der Deutschen Einheit zu einem Bayrischen Frühschoppen ein / Übergabe von zwei Spenden.

MARCH. Weißwurst und Lederhosen hatten am Tag der Deutschen Einheit Hochkonjunktur bei der Marcher Feuerwehr, die wieder zu einem Bayrischen Frühschoppen eingeladen hatte. Mehr als 800 Besucher waren der Einladung gefolgt.

Trotz des etwas trüben Wetters trafen schon viele Besucher zu Beginn der Veranstaltung ein, erste Weißwürste fanden bereits begeisterte Abnehmer. Pünktlich zur offiziellen Eröffnung mit Fassanstich schaute auch die Sonne durch die Wolken. Geübt zeigte sich Bürgermeister Helmut Mursa, der den Zapfhahn mit einem Schlag in die Fassöffnung beförderte. "O’zapft is!", hieß es lautstark, und schnell bildete sich eine lange Schlange für das vom Bürgermeister spendierte Freibier. Mit Fanta war auch an die Kinder gedacht worden. Wenn auch im Freibier-Fass kein Bayerisches Bier war, sondern eines aus dem Hochschwarzwald, wurde natürlich das original bayerische Festbier von der Feuerwehr zapffrisch angeboten; wer wollte, bekam es auch im Maßkrug. 1000 Liter Bier hielt die Feuerwehr vor, die Menge, die erfahrungsgemäß über den Tresen geht bei diesem Fest. Ausverkauft waren am Ende auch die 750 Paar Weißwürste, 1000 Brezeln und 250 Rettiche. Leberkäs, Butter- und Griebenschmalzbrot fanden ebenfalls viele Liebhaber. Erstmals wurde für die kleinen Gäste Wienerle mit Ketchup angeboten.

Nicht alle, aber doch sehr viele der Gäste hatten ihr Outfit dem Festthema angepasst. Von jung bis alt sah man viele Besucher in Lederhosen und kariertem Hemd, so manch einer hatte sich noch mit feschem Hut dekoriert, und auch die passenden Strümpfe und Schuhe fehlten nicht. Dirndl in allen Farben leuchteten in der am Nachmittag warm scheinenden Sonne und rundeten das Bild der blau-weißen Dekoration ab.

In der Fahrzeughalle wie auch auf dem kompletten Außengelände waren sämtliche Plätze belegt, und die Besucher genossen die Stunden in fröhlicher Runde. Die passende Musik gab es ganz nostalgisch vom Plattenteller. Von antiquarischen Schallplatten ertönte Musik mit bayrischem Allerlei und reichlich Jodler, die wohl niemals ganz aus der Mode kommen.

Bei der offiziellen Eröffnung gab es gleich zwei Spendenübergaben. Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer hatte die Marcher Feuerwehr erstmals ein Public Viewing, also ein öffentliches Fußballschauen veranstaltet. Ein Teil des Erlöses sollte der Matthias-Ginter-Stiftung zugute kommen. Zwar blieben die Ergebnisse der deutschen Elf bekanntermaßen hinter den Erwartungen zurück und somit auch die Einnahmen der Feuerwehr. Einen Betrag von 500 Euro konnte die Wehr nun aber trotzdem spenden. Aufgestockt wurde der Betrag durch den Bierlieferanten, die Familienbrauerei Rogg aus Lenzkirch, sowie durch den Weinlieferanten, das Weingut Hiss aus Eichstetten, so dass nun eine Spende in Höhe von 1000 Euro übergeben werden konnte. Matthias Ginter selbst war leider nicht abkömmlich, weshalb sein Vater Thomas Ginter, der sich auch um die Verwaltung der Stiftung kümmert, den Scheck entgegennahm.

Eine weitere Spende gab es für die Feuerwehr von ihrem Förderverein. Mitglied Bernhard Eckert aus Hugstetten war dem Wunsch nachgekommen und spendete einen mobilen Defibrillator, der künftig bei jedem Einsatz dabei sein wird. Kommandant Patrick Gutmann freute sich und dankte herzlich für diese großzügige Spende, die in Zukunft lebensrettend eingesetzt werden kann.