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16. Juni 2014

Die essbare Stadt

MARKTGEFLÜSTER: Thymian statt Tausendschön

  1. Strauchbasilikum, Salbei und Thymian vor dem Rathaus. Foto: sEh

  2. Strauchbasilikum, Salbei und Thymian vor dem Rathaus Foto: sEh

Schnittlauch statt Stiefmütterchen, Thymian statt Tausendschön: Lörrachs Stadtgrün erhält, wenn auch vorerst nur zaghaft, einen neuen Akzent. Geht man von der Hauptpost Richtung Rathaus die Stufen hinunter, sieht man Kräuter und Gemüse gedeihen. Rechter Hand sind Kohlrabi, Mangold und Salat nahezu erntereif, linker Hand wachsen Petersilie und Schnittlauch, Thymian und Salbei, Rosmarin und Minze. Nun ist, was in Lörrach ausprobiert wird, vom Vorzeigeprojekt der Stadt Andernach am Rhein noch weit entfernt, wo der basisdemokratische Gemüseanbau schon im großen Maßstab praktiziert wird. Doch es ist ein Ansatz.

Die Älteren haben schon einmal erlebt, dass öffentliche Grünflächen in Lörrach zu Nutzgärten umgewidmet, Parks zu Kartoffeläckern wurden – in der Nachkriegszeit. Als in den Städten Hunger herrschte, war es purer Luxus, Anbauflächen für Pflanzen zu nutzen, die man nicht essen kann. Heute hat die "Urban Gardening" genannte Bewegung zum Glück andere Hintergründe. Es gilt, Natur in die Städte zurückzuholen – und zwar nicht nur die schmückende. Jeder, der die Beete passiert, darf sich nun daran freuen; darf Müll daraus klauben und vorsichtig auch mal ein Unkraut jäten, wenn er es zuverlässig als solches erkennt. Wie die Ernte geregelt ist? Das bringen wir auch noch in Erfahrung.

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Autor: Sabine Ehrentreich