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20. März 2013

Flieger, Frost und frische Fallschirme

Noch liegt Schnee in Hütten, doch die Segelflieger der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald bereiten die Flugsaison intensiv vor.

  1. Noch liegt Schnee auf dem Segelflugplatz in Hütten. Doch die Luftsportler in der Region bereiten sich schon jetzt intensiv auf die neue Saison vor. Foto: Verein

WIESENTAL. Während sich das Segelfluggelände in Hütten/Hotzenwald noch im Winterschlaf befindet, bereiten sich die Piloten der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald fleißig auf die neue Flugsaison vor.

Die Luftsportgemeinschaft ist der Zusammenschluss der fünf Segelfluggruppen Säckingen, Maulburg, Dreiländereck Schopfheim und Wehr. Im Vordergrund steht im Winter die Arbeit in den einzelnen Werkstätten der fünf Segelfluggruppen. Es gilt, die insgesamt 22 Vereinsmaschinen zu warten. Damit die Wartungsarbeiten kostengünstig selbst durchgeführt werden können, haben einzelne Mitglieder spezielle Ausbildungen absolviert (z.B. Werkstattleiter, Zellenwart). Bei den modernen Kunststoffflugzeugen beschränkt sich die Winterarbeit meist auf Schönheitskorrekturen an der Lackierung, das Polieren sowie das Überprüfen der Bordelektronik. Die Flugzeuge werden aber nicht poliert, damit sie besonders schön glänzen, sonder weil eine glatte Oberfläche die optimalere Flugleistungen gewährleistet. Vereinzelt müssen auch komplexere Reparaturen, z.B. am Motor oder Fahrwerk durchgeführt werden oder Teile wegen Verschleiß oder Ablauf (z.B. Sicherheitsgurte) ausgetauscht werden.

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Am 2. März fand die alljährliche Jahresnachprüfung der Fallschirme, so eine Art TÜV statt. Die Fallschirme aller benachbarten Flugplätze Kirchzarten, Müllheim, Bohlhof, Freiburg und natürlich dem Hotzenwald wurden dazu in die Werkstatt der Segelfluggruppe Maulburg transportiert. Zur Prüfung müssen die Schirme geöffnet und anschließend neu gepackt werden.

Da das Packvolumen wie bei einem Schlafsack sehr gering ist und zusätzlich noch der Auslöser-Verschluss unter Spannung gebracht werden muss, dauert das rund eine Stunde pro Schirm. Monika Böhler (Segelfluggruppe Säckingen), Georg Liehr (Segelfluggruppe Wehr) und Hubert Strohmeier (Segelfluggruppe Maulburg) packten so in der vergangenen Woche die 28 Fallschirme der Luftsportgemeinschaft neu.
Vor einigen Jahren wurde auf dem Flugplatz direkt neben dem Windsack eine Wetterstation montiert. Leider zeigte diese im vergangenen Jahr immer wieder falsche oder keine Werte an. Die Wetterstation beliefert die Piloten einerseits zur Flugvorbereitung mit thermisch wichtigen Wetterinformationen, andererseits lassen sich dadurch statistische Auswertungen wie etwa der von Dr. Manfred Reiber beschriebene Hotzenwaldeffekt (Wechsel der Windrichtung zu Thermikbeginn) durchführen. Er unterstützt das Team von Klaus Brombacher (Segelfluggruppe Schopfheim) und Marcus Neubronner (Segelfluggruppe Wehr) bei der Sensorik und Kalibrierung der Wetterstation. Die Daten der Wetterstation stehen allen Wetterfröschen im Internet zur Verfügung.
Es gibt also auch im Winter einiges zu tun. Damit auch immer genügend Helfer vorhanden sind, muss jedes Mitglied rund 40 Baustunden pro Jahr leisten. Die meisten aktiven Mitglieder leisten aber gerne deutlich mehr Arbeitsstunde.
Zu den Highlights der kommenden Saison zählt neben dem Flugtag vom 14.-15. September auch das 50. Jubiläum des internationalen Hotzenwaldwettbewerbes über Pfingsten.
Sobald der Schnee geschmolzen ist kann es losgehen – für Interessierte ist es auch an jedem Wochenende (mit guter Sicht und ohne Regen) möglich, bei den Luftsportgruppen zu schnuppern. An der Regio-Messe können in dem neuen Segelflugsimulator des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes sogar erste Flugstunden als kleiner Vorgeschmack absolviert werden (Halle 5, Stand 532).



Autor: bz