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01. Juni 2017

"Das Auftreten muss man üben"

Sechs Jugendliche aus der Region nehmen ab dem 1. Juni am Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert" in Paderborn teil.

  1. Mathis Kirschke Foto: Matthias Sattler

  2. Konrad Fitzenberger Foto: Matthias Sattler

  3. Hanja Hoffmann Foto: Matthias Sattler

  4. Klara Barth, Anja Gutmann und Sandra Schneider (von links) Foto: Matthias Sattler

  5. Der 54. Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ findet vom 1. bis 6. Juni statt. Das Klavierspielen ist eine der Kategorien. Foto: K. Blum/M. Sattler

HEXENTAL/BATZENBERG. Am heutigen Donnerstag, 1. Juni, startet im ostwestfälischen Paderborn der Bundesentscheid des Wettbewerbs "Jugend musiziert". Auch aus dem Hexental und vom Batzenberg sind junge Musiktalente mit dabei. Wer es so weit schaffen möchte wie sie, muss konsequent üben – aber auch der Spaß am Instrument darf nicht verloren gehen.

» Hanja Hoffmann aus Mengen ist zwölf Jahre alt und geht auf das Deutsch-Französische Gymnasium in Littenweiler. Bis zu fünfeinhalb Stunden investiert sie jede Woche ins Flötespielen. Spaß daran bereitet ihr neben dem Klang besonders die Kombination von den Fingern und der Atmung, erzählt sie. Am liebsten spielt Hanja mit anderen zusammen. Dass sie sich bis in die letzte Runde von "Jugend musiziert" spielen konnte, kommt für sie unerwartet: "Ich hätte nicht gedacht, es zu schaffen, aber jetzt finde ich es cool."

Und wie schaut es in Sachen Nervösität aus? "Jetzt fühlt es sich noch weit weg an, aber später werde ich sicherlich aufgeregt sein." Ihr sei klar, dass der Wettbewerb in Paderborn mehr Übung und Stress bedeutet. Dennoch sei für sie die Teilnahme selbst wichtiger als das Ziel zu gewinnen. Ob sie nächstes Jahr wieder antreten werde, wisse sie momentan noch nicht. Das sei für sie vom Schulstress abhängig. Hanjas Mitspielerinnen sind Maya Sofia Renzi und Eva-Lucia Bauer.

Mathis Kirschke
aus Schallstadt ist zwölf Jahre alt und geht auf die Waldorfschule in St. Georgen. Unterrichtet wird er von seinem Vater, der ebenfalls Saxophonist ist. Darüber hinaus spielt Mathis zusätzlich in der Band seines Vaters mit. Neben dem Sopransaxophon, mit dem er am Wettbewerb teilnimmt, spielt er noch Altsaxophon, Tenorsaxophon und Baritonsaxophon. Im Januar hat er zudem noch mit dem Erlernen eines weiteren Instruments begonnen: der Gitarre.

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Für Mathis ist es schon das vierte Mal, dass er an dem Wettbewerb teilnimmt. Dabei hatte er einige Erfolge – doch aufgrund seiner Altersklasse kam er bis jetzt nicht weiter. Das hat sich dieses Jahr endlich geändert. Druck mache er sich dabei jedoch keinen: "Ich will schon ein bisschen was erreichen, aber ich finde es nicht schlimm, wenn ich nicht eine Stufe weiterkomme." Von Nervosität ist Mathis nichts anzumerken, doch er glaubt, dass sich das vor dem Finale noch ändern werde. Seine Mitspieler sind Kieran Ryding, Frederic Findeis und Jule Schulz.

» Konrad Fitzenberger aus Merzhausen ist 15 Jahre alt und geht auf das Rotteck-Gymnasium. Er spielt seit ungefähr acht Jahren Klavier und übt mittlerweile mindestens zwei Stunden täglich. Auch ist er bereits Jungstudent an der Musikhochschule. Steht sein Studiengang damit schon fest? "Ich möchte mir noch alle Möglichkeiten offen halten, weil das Geschäft hart ist", erklärt Konrad. Dass er nun so weit gekommen ist, freut ihn: "Das ist etwas Schönes, das einmal mitzuerleben." Das Klavierspielen nehme auch ohne die Wettkampfvorbereitungen den Großteil seiner Freizeit in Anspruch. Daneben liest er gerne und beschäftigt sich mit Musiktheorie.

Ausruhen wird sich Konrad auf der Nominierung nicht: "Ich denke schon, dass ich noch viel tun muss." Zu seiner Vorbereitung gehören auch kleine Übungskonzerte. "Das Auftreten muss man üben", sagt Konrad. So könne man sich gegen die Nervosität schützen, die ihn auch beim Bundeswettbewerb bevorstehen könnte. Lieblingsstücke habe er nicht – er favorisiere gleich eine ganze Epoche. So spielt er besonders gerne Stücke aus der Romantik. Wünschenswert ist für ihn im nächsten Jahr ein Zusammenspiel mit anderen Musikern – auch weil sich dies als eine mündliche Prüfung anrechnen ließe.
Klara Barth aus Freiburg ist 15 Jahre alt und geht auf das Wentzinger Gymnasium. Sandra Schneider aus St. Ulrich ist 18 Jahre alt und Schülerin der Max-Weber-Schule. Anja Gutmann aus St. Ulrich ist 19 Jahre alt und besucht die Gertrud-Luckner-Gewerbeschule. Zusammen spielen die drei Kammermusik auf ihren Klarinetten. Zwischen acht und elf Jahren spielen sie schon auf ihren Instrumenten und üben bis zu einer Stunde pro Tag. Unterrichtet werden die drei von dem Musikhochschuldozent Hermann Haege.

Die Idee, an dem Wettbewerb teilzunehmen, sei eher spontan gewesen, weshalb die Überraschung nun umso größer sei. So weit zu kommen – "das hätten wir nicht gedacht", sagt Klara. "Man ist stolz auf sich, dass man es so weit gebracht hat", ergänzt Sandra. Ihre Nervosität bezüglich des großen Finales halte sich in Grenzen, wie Anja bestätigt: "Ein bisschen Aufregung schadet nie. Wir sind eigentlich gut vorbereitet." Im Vordergrund stehe für sie alle vor allem der Spaß an der Sache. Der Ehrgeiz sei zwar da, aber man müsse damit auch nicht übertreiben. Ansonsten hätten sie "keine großen Vorsätze".

Ob sie nächstes Jahr wieder teilnehmen wollen, wissen die drei bis jetzt noch nicht. Die Entscheidung könne dabei ebenso kurzfristig ausfallen wie dieses Jahr. Zudem hätten sie ohnehin nicht mehr die Möglichkeit, zusammen teilzunehmen, da Solo- und Kammerspiel jedes Jahr bei dem Wettbewerb wechseln würden. Für Anja ist es so oder so das letzte Mal bei "Jugend musiziert" – beim nächsten Mal wird sie 20 Jahre alt sein und damit laut Regelwerk nicht mehr als Jugendliche gezählt.

Autor: Matthias Sattler