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28. Februar 2009 10:52 Uhr

Nach dem Brand in der Hexentalschule

Unterricht fällt aus

In der Grund- und Hauptschule Merzhausen wird am Montag und Dienstag kein Unterricht stattfinden. Direktorin Brigitte Preugschat, Elternvertreter und Schüler sind gleichermaßen betroffen, dass die Schule durch einen Brand stark beschädigt wurde.

Bevor der Unterricht wieder aufgenommen wird, müsste eine gesundheitliche Gefährdung durch Schadstoffmessungen ausgeschlossen werden. Ob das schon Mitte nächster Woche sein kann, hänge vom Ergebnis der Untersuchungen ab und dem zeitlichen Aufwand, der für die Reinigung der Räume benötigt werde.

Für Eltern, die im Rahmen der verlässlichen Grundschule auf eine Versorgung ihrer Kinder angewiesen sind, wird eine Betreuung durch die Lehrkräfte der Schule garantiert. Diese Versorgung wird in Räumen des Rathauses und in der Turnhalle angeboten. Auch die Betreuung der in der Kernzeit angemeldeten Kinder ist gewährleistet. Die Eltern werden gebeten, die Kinder in den Aufenthaltsbereich der Turnhalle zu bringen.
Um alle Eltern informieren zu können, bittet die Schulleitung, bei den jeweiligen Klassenelternvertreter aktuelle Entwicklungen abzufragen.

REAKTIONEN

Die Schulgemeinschaft der Hexentalschule Merzhausen steht nach dem verheerenden Brand im Schulgebäude in der Nacht zum Samstag unter Schock, das zumindest ist der Eindruck des Elternbeiratsvorsitzenden Karsten Sassenscheid. Auch er eilte am Samstagvormittag sofort zur Schule, um sich vor Ort ein Bild zu machen: "Es ist wirklich ein immenser Schaden entstanden!" Einer der Nachbarn habe ihm gesagt, dass sich das Feuer rasend schnell im Gebäude ausgebreitet habe. Der Mann habe kleinere Flammen gesehen und daraufhin die Feuerwehr alarmiert, in der Zwischenzeit sei das Feuer enorm gewachsen. "Es soll sogar eine kleinere Explosion gegeben haben", sagt Sassenscheid.

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ELTERNBEIRAT INFORMIERT

Nachdem klar war, dass der Unterricht am Montag und am Dienstag ausfallen wird und Schadstoffmessungen vorgenommen werden, hat der Elternbeirat darüber alle Eltern per Telefonkette informiert. "Am Dienstag sehen wir, wie es weiter geht", sagt Sassenscheid. Er ist froh darüber, dass die verlässliche Grundschule auf jeden Fall weiterläuft: "Die Gemeinde stellt dafür entweder das Rathaus oder die Turnhalle zur Verfügung. Die Betreuung ist gewährleistet."
Schon die Nachricht der vergangenen Tage, dass die Hauptschule der Hexentalschule wahrscheinlich schließt, habe der Schulgemeinschaft zugesetzt. Durch den Brand habe man nun "ein richtig dickes Paket" bekommen: "Da sind wir jetzt alle gefordert." Doch Sassenscheid ist sich sicher, dass Eltern, Schüler und Lehrer die Probleme meistern werden, auch wenn der ganze Schulbetrieb in nächster Zeit stark eingeschränkt sein wird. "Alle Zuständigen haben einen kühlen Kopf bewahrt und das Möglichste getan", so sein Eindruck.
In einem der beschädigten Klassenzimmer hätten sich Unterlagen und Schulmaterialien verschiedener Schüler befunden, die wahrscheinlich durch Feuer oder Löschwasser zerstört worden seien. Falls nötig, könnte hier der Elternbeirat zusammen mit dem Förderverein der Schule tätig werden und Eltern unterstützen, für die das Ersetzen der Sachen ein finanzielles Problem bedeutet. "Wir können uns vorstellen, das ein oder andere anzuschieben", sagt Sassenscheid. Für konkrete Ideen sei es aber noch zu früh.

SELBST SCHÜLER BANGEN

"Hurra, hurra die Schule brennt" – davon sind die Schüler der Hexentalschule weit entfernt. Vielmehr macht sich Schulsprecher Vincenz Wissler aus Au Sorgen um die Projektprüfung der Neuntklässler, die am 20. März beginnt. "Dafür brauchen wir vor allem auch den Computerraum und der ist jetzt abgebrannt", so Wissler. Allerdings befinden sich in einem unversehrten Klassenzimmer noch drei neue PCs: "Mit denen müssen wir uns halt jetzt begnügen." Über zwei Tage schulfrei, so der Neuntklässler, hätte er sich unter anderen Umständen gefreut: "Aber so ist das was anderes. Keiner will doch, dass die Schule abbrennt."

Autor: Tanja Bury und Karlheinz Scherfling