Eine Woche lang Illustration

Mit "Illu-eins" hat Freiburg ein neues Forum

Julia Littmann

Von Julia Littmann

Mi, 14. August 2013

Freiburg

Vom 11. bis zum 19. Oktober findet zum ersten Mal eine starke Veranstaltungsreihe rund ums Bild statt.

Schon mal ein Kinderbuch vorgelesen? Gemeinsam die Illustrationen betrachtet, tolle Sachen entdeckt? Hoch ließe sich darauf wetten, dass das Übliche geschah: Sie haben sich die Autorin gemerkt, die Illustratorin nicht. "Wir leben in einer Bilderwelt", sagt dazu Rolf Störtzer, "aber die Illustratoren führen immer noch ein Schattendasein." Störzer sorgte lange als Kulturamt-Mann beim LirumLarumLesefest dafür, dass im Rahmenprogramm zu den Lesungen auch Ausstellungen stattfanden, die Illustratorinnen und Illustratoren prominent zeigten. Dabei wurde ihm klar, dass hier "in der Freiburger Ecke" ein Riesenpool an richtig guten Leuten zuhause ist. Mit Jens Galler, Öffentlichkeitsarbeiter in der Hochschule für Kunst, Design und Populäre Musik, kurz hKDM, entwarf er ein Konzept für eine große Illu-Schau. "Wir wollten den aktuellen Stand von Arbeiten zwischen New York und Tokyo und die Bandbreite der vielen Genres zeigen", so Galler, "das entwickelte dann eine solche Eigendynamik, dass es immer größer wurde." Inzwischen ist zum Herzeigen und Diskutieren von Illustration auch noch die Idee gekommen, die große regionale Szene zusammenzubringen. "Illu-eins" ist ein Forum für die Zeichnerinnen und Zeichner, aber auch für alle, die sich für Zeichnung interessieren. In Hamburg, der deutschen Zeichenstadt, sei viel mehr Vernetzung üblich, berichtet Ludmilla Bartscht. Sie kommt aus der Comic-Ecke, ist in Freiburg aufgewachsen, hat in Berlin und Hamburg studiert und arbeitet nun wieder hier: "Die Leute hier sind hungrig danach, auszustellen und auch sich auszutauschen." Alle stimmen zu, auch Adél Kovác-Ehret. Filigrane Zeichnungen, Kinderbücher, Karikaturen sind ihr Metier, dazu kommen Grafikaufträge. Einen Mix von Betätigungen hat auch Nadja Rümelin vorzuweisen. In Weimar hatte sie Illustration studiert, ein Kinderbuch war die Abschlussarbeit: "Je künstlerischer ein Zeichenstil ist, desto schwerer ist der Berufseinstieg." Dass die Vernetzung noch dünn ist, soll sich ändern, findet sie, die mit Jobs im Kinderbuchladen und Kursen bei der Volkshochschule ihren Mix komplettiert. Kontakt zu Menschen wie ihr sucht Raphaelle Martin, die digital arbeitet, seitdem sie Screen- und Webdesign studiert hat. Quer durch die Genres Austausch zu finden, erhofft sie sich von der Illu-eins. Wie Ludmilla Bartscht: "Zeichnen ist einsam und es tut gut, sich als Szene zu begreifen."

Programm und alle Infos: http://www.illueins.hkdm.de