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02. Januar 2014 18:04 Uhr

Müllheim

Brand im Luftsportverein Markgräflerland zerstört mehrere Flugzeuge

Schlimmer hätte das neue Jahr für den Luftsportverein Markgräflerland in Müllheim nicht beginnen können: Ein Feuer hat mehrere Flugzeuge zerstört. Der Brand war nicht entdeckt worden.

  1. Mehrere hundertausend Euro Schaden: vermutlich aufgrund eines technischen Defekts brannte es im Hangar des Luftsportvereins Markgräflerland Foto: Julia Jacob

  2. Foto: Julia Jacob

Als Vereinsmitglieder am 1. Januar das Clubheim betreten, um den traditionellen Neujahrskaffee vorzubereiten, schlägt ihnen beißender Brandgeruch entgegen. Der Hangar ist von innen rußgeschwärzt, von einigen Flugzeugen hat das Feuer, das hier gewütet hat, nur ein Gerippe übriggelassen. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden auf mehrere hunderttausend Euro.

Niemand bekam etwas mit

Niemand hat etwas mitbekommen. Nicht einmal die Feuerwehr. "Wir wurden nicht alarmiert", erzählt Michael Stöcklin. Der hörbar überraschte Kommandant der Müllheimer Wehr hat erst am Morgen des 2. Januar aus der Zeitung von dem Brand erfahren. Offenbar ist das Feuer in der Halle ebenso unbemerkt erloschen, wie es ausgebrochen ist.

Der Flugplatz des Luftsportvereins befindet sich weit außerhalb der Bebauung auf einer Freifläche zwischen Müllheim und Zunzingen, der dazugehörende Gebäudekomplex mit Clubheim, Hangar, Werkstatt und Anbau, liegt in einer schwer einsehbaren Talsenke. Hohe Flammen dürfte das Feuer zudem nicht aus der Halle heraus geschlagen haben. Von außen zeichnet sich nur am Dachrand eine leichte Rußspur ab. Welche Kräfte im Inneren des 20 auf 20 Meter großen Unterstands gewirkt haben müssen, lässt sich nur erahnen. Die schweren Schiebetüren wurden aus ihrer Führungsschiene gedrückt, ein Gegenstand – möglicherweise die Rettungskapsel eines Ultraleichtflugzeugs – hat ein Loch durch die Außenwand geschossen.

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Nach erstem Augenschein wurden ein Motorsegler und zwei Ultraleichtflugzeuge komplett zerstört.

Auch das einzige Motorflugzeug des Vereins wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Das Plexiglasdach am Pilotensitz ist stellenweise eingeschmolzen. Erst vor zwei Jahren wurde die Maschine grundüberholt. Wie es um die vier bis fünf abgebauten Segler steht, die im hinteren Teil der Halle lagern, kann Arno Breitenfeld noch nicht abschätzen. Den ersten Schock hat der Vorsitzende des Vereins noch nicht verdaut, da wird ihm das Ausmaß der Katastrohe erst so recht bewusst.

Feuer wütete vermutlich schon 2013

Die örtliche Feuerwehr hat für Christian Ullrich, den Brandermittler der Polizei, einen Leuchtstrahler aufgestellt. Gemeinsam mit Breitenfeld und einigen Vereinsmitgliedern nimmt dieser die bis dato polizeilich versiegelte Brandstätte in Augenschein. Entgegen der ursprünglichen Annahme, das Feuer sei in der Neujahrsnacht ausgebrochen, geht Ullrich davon aus, dass es schon in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember gebrannt hat.

Dafür würde auch die Tatsache sprechen, dass an diesem Montag zuletzt Flugbetrieb auf dem Gelände des Luftsportvereins herrschte. Auch wäre wohl bei einem späteren Brandzeitpunkt noch etwas von der Hitze zu spüren gewesen, mutmaßt Brandermittler Ullrich, der davon ausgeht, dass ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst hat. Welche Rolle dabei das Notfallauto des Vereins gespielt hat, das ebenfalls im Hangar geparkt wurde, ist noch nicht bekannt. An dem Fahrzeugwrack sind die Scheiben eingeschmolzen – möglicherweise ein Indiz dafür, dass sich an dieser Stelle eine enorme Hitze entwickelt hat.

Einer ersten vorsichtigen Schätzung zufolge, beläuft sich der durch den Brand entstandene Schaden auf rund 500 000 Euro. Neben der Halle, die nun ein Statiker auf ihre Standfestigkeit hin überprüfen muss, wurde auch das angrenzende Clubheim sowie ein Anbau, in dem weitere Flugzeuge lagern, durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen. Das ist insofern ärgerlich, als dass alle Navigationsinstrumente ausgebaut und beim Hersteller eingesendet werden müssen, die mit einer Rußschicht überzogen sind.

Trotzdem hatte der Verein möglicherweise Glück im Unglück. Wäre das Feuer während der Flugsaison ausgebrochen, hätten weitaus mehr Flugzeuge im Hangar gelagert. Auch das neue Doppelsitzer-Schulungsflugzeug, das der Verein jüngst für Ausbildungszwecke erworben hat, stand noch nicht in der Halle.

Autor: Julia Jacob