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22. September 2017

Büros statt Café am Markt

Massive Umbaumaßnahmen brachten das endgültige Aus.

  1. Das Café am Markt wird in Büroräume umgewandelt. Foto: volker Münch

MÜLLHEIM. Das Café am Markt wird in Büroräume umgewandelt. Dazu gab der Bauausschuss des Müllheimer Gemeinderates nun grünes Licht. Gleichzeitig wurde bedauert, dass es keine Lösung für die Fortführung des Cafés gegeben habe. Notwendige Umbauarbeiten und das Fehlen eines Interessenten ließen nach Angaben der Stadtverwaltung keine Nachfolge zu.

Das Café am Markt war viele Jahre lang ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher der Stadt. Die Lage am Marktplatz sorgte wegen der historischen Kulisse in den Sommermonaten für ein besonderes Ambiente. Und das benachbarte Markgräfler Museum im Blankenhorn-Palais sorgte für manchen Besucher nach der Besichtigungstour in den Ausstellungsräumen.

Seit vielen Monaten ist nun das Café am Markt verwaist, die letzten Betreiber hatten sich anderweitig orientiert. Die Suche des Eigentümers nach einem Nachfolger blieb, so berichtete die Stadtverwaltung jetzt dem Bauausschuss, erfolglos. "Wir können zwar rechtlich keine Einwendungen gegen die Umwandlung aussprechen, dennoch ist es höchst bedauerlich", sagte Stadtrat Ulrich Menny. Grundsätzlich signalisierte Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich Zustimmung: "Wir würden uns eigentlich Geschäfte wünschen, die Frequenz in die Fußgängerzone bringen. Es gibt aber weitere wichtige Gründe, die ein Weiterführen des Cafés praktisch unmöglich machen."

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Es scheiterte demnach nicht nur an der Nachfolgefrage. Die baulichen Voraussetzungen machten dem Lokal einen weiteren Strich durch die Rechnung, wie die Bürgermeisterin berichtete. Die Gebäudestruktur, die fehlende Barrierefreiheit – eine Rampe zur Eingangstür würde den ganzen Marktplatz queren müssen – und weitere Höhenunterschiede innerhalb des Cafés machten den Besuch für ältere Menschen mit Gehschwächen problematisch.

Das Aus kam allerdings mit den Auflagen der Behörden: Aus hygienischen Gründen sei der Betrieb nicht mehr genehmigungsfähig und hätte massive Umbaumaßnahmen erfordert, so die Bürgermeisterin. Das betrifft vor allen Dingen den Küchenbereich. Wirtschaftlich ließe sich dieser Aufwand nicht darstellen und würde einen Pachtzins erfordern, der von einem potenziellen Betreiber vermutlich nicht mehr zu erwirtschaften wäre, hieß es weiter. Deshalb habe sich der Eigentümer dazu entschieden, die Räume in Bürofläche umzuwandeln. In diesem Zusammenhang deutete Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich an, dass es an anderer Stelle in dem Quartier eine positive Entwicklung gebe, die eine höhere Besucherfrequenz erzeugen werde. Der Bauausschuss stimmte am Ende der Umwandlung des Cafébetriebes zu.

Autor: Volker Münch