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20. September 2013

"Ich weiß, wen ich wählen würde"

BZ-INTERVIEW: Julia Richter hat mit einer Mitschülerin Juniorwahlen am Gymnasium organisiert.

  1. Julia Richter Foto: Babeck-Reinsch

MÜLLHEIM. Julia Richter wüsste, was sie wählen würde, wenn sie denn schon dürfte. Die 17-Jährige hat zusammen mit ihrer Mitschülerin Lydia Basler Juniorwahlen im Markgräfler Gymnasium organisiert. Gabriele Babeck-Reinsch sprach mit ihr darüber.

BZ: Du bist offenbar politisch sehr interessiert. Hast du den Bundetagswahlkampf genau verfolgt?

Julia: Ja, was man so mitbekommt. Hauptsächlich habe ich mich in der Zeitung informiert. Für Fernsehen abends habe ich wenig Zeit.

BZ: Welchen Eindruck hast du von den Wahlkämpfern?

Julia: Ich fand die Aufregung um Peer Steinbrücks Stinkefinger im Magazin der Süddeutschen ein bisschen übertrieben. Aber sonst ist mir nichts besonders aufgefallen.

BZ: Würdest du am Sonntag gern wählen?

Julia: Ja, schon. Wenn man sich Gedanken über die Wahl macht und den Wahlkampf mitverfolgt, würde man schon sehr gerne wählen. Ich weiß auch, wenn ich wählen würde.

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BZ: Eine Bundestagswahl zu organisieren, wenn auch nur spielerisch, scheint mir keine Kleinigkeit zu sein. Wie seid ihr vorgegangen?

Julia: Unser Lehrer, Herr Gillen, hat uns sehr unterstützt. Wir haben uns vorher Gedanken gemacht, wie das ablaufen kann, wie wir es machen könne, dass nicht alle gleichzeitig wählen. Deshalb haben wir die Klassen eingeteilt, jede Stunde eine. Sechs Computer wurden gerichtet und jeder Schüler erhielt ein Kärtchen mit dem einem Wahlcode, so dass er Zugriff auf den Stimmzettel unseres Wahlkreises Lörrach-Müllheim hatte. Das war von vorgegeben. Heute war die letzte Wahl, am Montag haben wir begonnen.

BZ: Wie viele Schüler konnten den wählen und wie viele wollten überhaupt?

Julia: 630 Schüler der Klassenstufen 9 bis 12, so etwa ab 14 Jahren. Ich würde mal sagen, die allermeisten haben gewählt. Ein paar wenige wollten nicht und manche waren krank. Ich fand es gut, das Wählen mal ausprobieren zu können und den Ablauf einer Wahl kennenzulernen. Das fördert vielleicht das Interesse.

BZ: Fandest du es schwierig zu wählen, mit Erst- und Zweitstimme?

Julia: Nein. Auf dem Rechner standen überall Anweisungen, was wir machen sollen. Einmal den Kandidaten oder die Kandidatin und einmal die Partei. Das war einfach.

BZ: Bei der nächsten Wahl darfst du wählen? Wirst du das tun?

Julia: Ja, ich gehe wählen.

Julia Richter, 17, ist Schülerin der Klassenstufe 12 im Markgräfler Gymnasium, einer ihrer Neigungskurse ist Politik.

Autor: gb