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30. März 2016

Mobilitätskonzept

KOMMENTAR: Initialzündung oder Alibi?

Bei aller von der Rathausspitze formulierten Freude und allem Stolz auf den jüngsten "Meilenstein" beim Entwickeln eines Mobilitätskonzeptes für Müllheim, fällt es schwer, Wasser in den Wein zu schütten. Doch was wurde bisher erreicht? Bei nüchterner Betrachtung nicht viel mehr als eine noch reichlich grobe Absichtserklärung. Die sechs formulierten Ziele klingen gut und ambitioniert, entfalten, mit Verlaub, aber auch durchaus den Charakter von Binsenweisheiten. Man möchte die Erreichbarkeiten von Zielen innerhalb Müllheims verbessern, eine Stadt "der kurzen Wege" werden. Welche Kommune wollte das nicht? Das städtische Straßen- und Wegenetz soll regelmäßig unterhalten werden. Ja nun, was denn sonst? Verrotten lassen will man es sicher nicht. Auch für die lobenswerte Absicht, umweltfreundliche Verkehrsmittel zu stärken, den Verkehrslärm zu reduzieren und die -sicherheit zu erhöhen, wird man in heutigen Zeiten vermutlich keinen Innovationspreis mehr gewinnen. Da wo das Mobilitätskonzept etwas konkreter wird, nämlich bei Ideen zur Ausgestaltung der Handlungsfelder, folgt dann gleich fettgedruckt der Hinweis, dass die genannten Beispiele ausschließlich "illustrativen Charakter" haben und "keinen Vorgriff auf Festlegungen im Mobilitätskonzept oder Entscheidungen des Gemeinderates" darstellen sollen. Nebenbei gesagt: Auch diese Ideen sind nicht in den letzten Wochen und Monaten vom Himmel gefallen, sondern werden teils schon seit geraumer Zeit und in durchaus sachkundigen Kreisen in Müllheim diskutiert – wie etwa ein besseres Radwegenetz für die Innenstadt oder bessere Busanbindungen für den Bahnhof und die Ortsteile. An der Umsetzung solcher und anderer konkreter Projekte, die letztlich auch solide finanziert sein wollen, aber wird sich zeigen, ob das nun auf den Weg gebrachte Mobilitätskonzept wirklich zur Initialzündung wird und buchstäblich etwas in Bewegung bringt oder nur eine Alibi-Veranstaltung bleibt, frei nach Horaz: "Die Arbeitskreise kreißten und gebaren – eine Maus."

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Autor: Alexander Huber