Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

07. Juli 2017

Leserbriefe

CHRISTOPHORUS-HEIM

Da hätte es bessere Wege gegeben
Leserzuschrift zum BZ-Artikel "Zeit, einen Knopf darauf zu machen" vom 30. Juni.
"Ja, wenn der Kittel passt!" Und der passt eben für viele (eine Mehrheit der) Bürger und Bürgerinnen Niederweilers noch nicht, auch wenn die Bürgermeisterin behauptete, "der allergrößte Teil der Bevölkerung stehe hinter diesem Projekt." Letzterem stimme ich zu! Was allerdings zu verhandeln war, war nicht das Projekt Christophorus, sondern die Offenlage eines Bebauungsplanes der, ohne Bezug zu Eigentümer und Bauvorhaben, klären sollte, welche Gebäudehöhen, -längen und -dichte auf diesem Grundstück in der Dorfmitte zukünftig den Rahmen für die Bebauung geben sollen. Ansonsten hätte man einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan erstellen können, bei dem sich der Bauträger nach Genehmigung an die von ihm gemachten Entwürfe halten müsste. Nun sind viele Mitbürger – eben unabhängig von all den in der Gemeinderatssitzung reichlich besprochenen Begleitumständen des Bauträgers – nicht damit einverstanden, dass

Werbung


1. Dreigeschossige Bauten geplant sind, weil diese nicht zur umgebenden Bebauung der Dorfmitte passen (ich empfehle einen Gang durch die Brunnengasse, die beidseitig kleinteilig bebaut ist, und zukünftig zur Puppenstube würde)

2. Die Kantenlängen der vier Gebäuderiegel bis zu 48 Meter betragen, deren massiver Eindruck zwar nicht Ölberg- und Lindenstraße, dafür umso mehr die Anlieger und Dorfbewohner der West- und Ostseite des Grundstückes betreffen würde.

3. In der Dorfmitte so dicht gebaut wird. Die Bebauungsplanung reicht bis auf sechs Meter an die Grundstücksgrenzen heran. Die Zufahrtstraße passt gerade zwischen die Mehrfamilienblocks. Wo sollen da die viel beschworenen Plätze zur Begegnung oder auch naturnahe Erlebnisräume sein, neben der Einfahrt zur Tiefgarage?

Nur die Wirtschaftlichkeit ist bei dieser Planung zielführend, weil für den Auftraggeber überlebenswichtig. Mit dem Verkauf der oberen Grundstückshälfte an einen Investor sollen Neubauten auf der unteren finanziert werden. Ist dieser Ansatz schon fragwürdig? Da hätte es in guter Zusammenarbeit mit Anliegern, Dorfbewohnern und vielen anderen Interessierten vielleicht bessere Wege gegeben. Wie schaffen wir einen Konsens über das zukünftige Leben und Bauen in unserem Dorf? Sollte tatsächlich der Gemeinderat Müllheim über Baupolitik im Herzen eines Dorfes entscheiden? Der Ortschaftsrat Niederweiler hatte seine Aufgabe korrekt erledigt. Im Gemeinderat habe ich die Solidarität der Ortsteile und eine distanzierte und differenzierte Haltung der städtischen Räte angesichts des populistisch daherkommenden Herrn Egin vermisst, von dem ich mich diffamiert fühlte ("Die Bürger interessieren sich ja nur, wenn vor ihrer Türe gebaut wird"). Eine professionell moderierte Diskussion sieht für mich anders aus.
Barbara Hauke, Niederweiler

Autor: Barbara Hauke, Niederweiler