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20. Februar 2014

Leserbriefe

KLEMMBACHAREAL

Vom städtebaulichen Wettbewerb enttäuscht
Leserzuschrift zum Artikel "Eine sehr gute, robuste Lösung" in der Badischen Zeitung am Montag, 17. Februar, in dem es um die Bebauung des Klemmbachareals geht:
Bebauungsdichte: Von einer maßvollen Innenentwicklung, wie von Stadtbaumeister Klein so in der Badischen Zeitung bezeichnet, kann bei 72 Wohneinheiten für das gesamte Baugebiet sicherlich nicht die Rede sein. Die von ihm noch auf der Bürgerbeteiligungssitzung Anfang Oktober 2013 genannte Bebauungsdichte von 50 - 70 Wohneinheiten wurde sogar noch übertroffen!

Geschosshöhe: Ebenso wünschten sich die betroffenen Bürger eine "der an das Gesamtortsbild angepasste Bebauung" mit lediglich zwei Geschossen plus Dachgeschoss. Schließlich steht bisher an der Baugebietsgrenze lediglich ein einziges dreigeschossiges Gewerbe-/Wohnhaus. Der jetzige Entwurf erzeugt hingegen eine völlig neue und wesentlich höhere Bebauung als umliegend bisher vorhanden!

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Bebauungsqualität: Anstatt einer Vielfalt kleinerer individueller Haustypen wird ein Standardtyp "Quadrathaus" mit Hochhauscharakter vorgeschlagen und, der Einfachhalt halber, achtfach kopiert. Von einem städtebaulichen Wettbewerb hätte man sicherlich mehr Ideenvielfalt erwarten dürfen. Es bleibt die Befürchtung, dass die Bebauung ähnlich monoton, wie die Blocks flussab des Klemmbachs zwischen diesem und der Sterchelestraße endet. Anstatt Qualität wird Quantität angepriesen!

Käuferprofil: Weiterhin ist nicht zu erkennen, dass die Bebauung unterschiedliche Käufergruppen adressiert. Ein Eigenheim in der offensichtlich geplanten Investorbebauung wird sich selbst eine überdurchschnittlich situierte Müllheimer Familie nicht leisten können, wie das Beispiel des Helios-Areals nur zu deutlich zeigt (Preise von 3000 bis 3500 Euro pro Quadratmeter). Eine zumindest teilweise Planung von mehreren Einzel- oder Doppelhäusern würde hier eine gesunde Durchmischung erzeugen und wäre insofern sehr wünschenswert.

Fazit: Das letzte Tafelsilber der Müllheimer Kernstadt sollte nicht so einfach dem tobenden Wettbewerb um mehr Einwohner zwischen den Städten der Region geopfert werden. Anstatt mit Quantität zu klotzen, sollte wohlüberlegt eine Planung mit mehr Qualität erstellt werden, die dann ganz von selbst zu einem Wettbewerbsvorsprung führt und zudem auch noch die Anwohner zufriedenstellt. Ansonsten ist zu befürchten, dass Müllheim bald ebenso wie Bad Krozingen ein typisch renditeorientiertes Investorstadtbild erhält.

Autor: Björn Stoltze, Müllheim