"Musik bewirkt Wunder"

Volker Münch

Von Volker Münch

Do, 06. Dezember 2018

Müllheim

Spende von Kiwanis Club Minerva für Evangelische Jugendhilfe.

MÜLLHEIM (mps). Mit einer Spende von 6000 Euro unterstützt der Kiwanis Club Minerva Markgräflerland das musiktherapeutische Angebot der Evangelischen Jugendhilfe Kirschbäumleboden. Oftmals ist diese spezielle Form von Therapie eine der wenigen Möglichkeiten, Zugang zu den Kindern und Jugendlichen zu finden und sie bei ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen.

Bereits seit vielen Jahren haben sich die Kiwanis-Damen, die sich im Kiwanis Club Minerva zusammengefunden haben, der Unterstützung der Müllheimer Jugendhilfeeinrichtung verschrieben. Seit ein paar Jahren geht es konkret um die finanzielle Ausstattung der Musiktherapie, bei der Kinder und Jugendliche im wahrsten Sinne des Wortes einen eigenen Lebensrhythmus finden und beispielsweise aus einer Gewaltspirale entfliehen oder Unruhe überwinden können. Vier Stunden in der Woche kümmert sich die studierte Musiktherapeutin Simone Maier-Hanemann um die Teilnehmer. Wie es funktioniert, erklärte sie am Beispiel eines kleinen Jungen, der sich einfach ans Klavier setzte und rasch ohne eine entsprechende musikalische Vorbildung dem Instrument harmonische Töne entlockte. Die Musik stärkte seine Persönlichkeit und bescherte ihm eine innere Ruhe.

Ein anderes Beispiel: ein jugendliches Rapper-Duo, das selbst Texte und Musik schreibt und mit Unterstützung von Simone Maier-Hanemann sogar einen Film für Youtube konzipierte. "Sie haben über ihre Musik und ihre Texte über verschiedene kritische Situationen reflektiert und sich mit ihrer Musik bei einem Jungen entschuldigt, der unter den beiden bisher gelitten hat", erzählt die Musiktherapeutin.

Die Auswahl der jungen Menschen, die in die Obhut der Musiktherapeutin gegeben werden, trifft der therapeutische Fachdienst der Einrichtung. "In Teambesprechungen wird für unsere Kinder und Jugendlichen ein individueller Hilfeplan aufgestellt", erklärt der Geschäftsführer der Einrichtung, Hans-Martin Blessing. Es geht um sozialtherapeutische Ansätze mit flankierenden Maßnahmen, sobald ein höherer Therapiebedarf besteht. Diesen Mehrbedarf werde dann an den therapeutischen-pädagogischen Fachdienst weitergeleitet, erzählt Blessing weiter. Einen weiteren Weg in den Genuss dieser Therapie zu kommen, finden die Kinder selbst. Sie erfahren von begeisterten Alterskameraden und wünschen sich selbst die Aufnahme in die Therapie.

"Manchmal sind die jungen, mit Problemen beladenen Menschen nur noch über die Musik zu erreichen", betont Blessing und ergänzte: "Musik kann tatsächlich kleine Wunder bewirken." So finden ausgegrenzte Kinder und Jugendliche plötzlich Anerkennung und Beifall aus der Gruppe, weil sie die Musik miteinander verbindet.

"Ich bilde nur den Rahmen, ich bin da, überlasse den Teilnehmern aber das Handeln", erklärt Simone Maier-Hanemann. Der Rahmen: eine zeitlich begrenzte Therapiestunde, der Inhalt wird von den Kindern selbst bestimmt. "Das funktioniert, weil ich ihnen Raum gebe, sie zum Nachdenken anrege. Ich begleite sie, wenn sie wollen, bringe ich ihnen etwas bei", so die Musiktherapeutin.

Für die Kiwanis-Damen vom Club Minerva genügend Ansporn, sich das ganze Jahr für die Jugendhilfeeinrichtung zu engagieren. So veranstalten sie regelmäßig Trödelmärkte, verkaufen bei verschiedenen Märkten Raclette und haben ein eigenes Sektprojekt unter einem eigenen Label initiiert, erklärte Andrea Schmidt, die sogenannte Past-Präsidentin der Damenvereinigung der Kiwanis-Bewegung.