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25. November 2015

Neue Ortsmitte nimmt Gestalt an

Offenlage für wichtige Bebauungspläne in Niederweiler.

  1. Mit dem Projekt der Christophorus-Gemeinschaft bekommt der Dorfkern von Niederweiler ein neues Gesicht. Foto: Volker Münch

MÜLLHEIM-NIEDERWEILER. Die Bebauungspläne für die beiden künftigen Bauprojekte der Christophorus-Gemeinschaft auf dem Areal der ehemaligen Fahrradfabrik Kirsch in der Lindenstraße und in der Lindenstraße 39 in Niederweiler gehen nun in die Offenlage. Damit ist eine weitere Hürde für die beiden Bebauungsplanverfahren genommen. Zuvor einigte sich der Müllheimer Gemeinderat auf die Vorgabe von 1,5 Stellplätzen pro Wohneinheit für das Wohnhaus mit etwa 24 Wohneinheiten und dessen Erschließung über die Ölbergstraße.

In zahlreichen Sitzungen des Gemeinderates, des Bauausschusses und des Ortschaftsrates von Niederweiler beschäftigten sich Ratsmitglieder, Stadtplaner und die projektierenden Architekten der Christophorus-Gemeinschaft mit dem Projekt. Informationsveranstaltungen banden bereits in einer frühen Phase des Verfahrens die Bürger ein. Grund für das Projekt sind neue Unterbringungsstandards für Menschen mit Handicap. Die neue Landesheimbauverordnung und die Förderrichtlinien beispielsweise der "Aktion Mensch" verlangen heute Einzelzimmer, bestimmte Mindestgrößen der Zimmer und andere Vorgaben.

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Trotz des ganz konkreten Projektes der Christophorus-Gemeinschaft "handelt es sich hier nicht um vorhabenbezogene Bebauungspläne", betonte Peter Egi von der Planungsgruppe Südwest, der die Ausarbeitung der Bebauungspläne für die Stadt Müllheim begleitet. Zwar orientiere sich die Planung an dem Konzept der Christophorus-Gemeinschaft, könnte aber durchaus auch anderweitig verwirklicht werden. Nach den gesetzlichen Vorschriften waren weder ein Umweltbericht noch eine frühzeitige Bürgerbeteiligung nötig. "Doch beides haben wir trotzdem umgesetzt, um die Bürger in das Projekt einzubinden", erklärte Ingenieur Egi in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.

Auch der weitere Aufwand war dem Wunsch der Bürger von Niederweiler geschuldet: Es wurde ein großes Modell gebaut, an dem sich die Maßstäblichkeit ablesen ließ, die Nachbarbeeinträchtigung beispielsweise durch Schattenberechnungen wurde dargestellt, Zufahrtsmöglichkeiten geprüft und die Anregung der Bürger, das Umfeld der Ortsmitte am Klemmbach für eine weitere Entwicklung einzubeziehen, dokumentiert.

Ferner soll auch eine Nahwärmeversorgung noch geprüft werden. Peter Egi fasste die wichtigsten Fakten zusammen: "Die neue Bebauung lehnt sich an die vorhandene an." Das heißt nach der Lesart des Planers: Die Gebäuden erhalten Satteldächer, die mit Flachdächern kombiniert werden, die Attikageschosse des Wohnhauses an der Böschung zur Ölbergstraße hin rücken nach innen, um die Höhe der Gebäude zu kaschieren, der Grenzabstand fällt mit sechs bis acht Metern weit großzügiger aus als nach der Landesbauordnung verlangt wird.

Wie viele Stellplätze pro Wohneinheit sollen es sein?

Am Standort "Lindenstraße 39" werde das Dach ebenfalls zu 60 Prozent als Satteldach ausgeführt, die Restfläche wird Flachdach, das als Dachterrasse genutzt werden kann. An beiden Standorten fügen sich die Gebäude von ihrer Kubatur und ihren Höhen in die Umgebungsbebauung ein, erklärte Peter Egi.

Schlussendlich blieb nur noch die Stellplatzfrage zu klären. Empfahl der Bauausschuss die Annahme der Verwaltungsvorlage mit 1,2 Stellplätzen pro Wohneinheit – bisher geplant sind 24 vorwiegend altersgerechte Wohnungen –, so wünschte sich der Ortschaftsrat Niederweiler 1,5 Stellplätze, weil die Ratsmitglieder sonst mit großen Problemen für das Parken im Quartier rechnen. Am Ende folgte der Gemeinderat dieser Empfehlung.

Positiv aufgenommen wurde die Idee, das Wohngebäude, anders als bisher vorgesehen, direkt über die Ölbergstraße zu erschließen. Auch die Zufahrt beim neuen Anwesen Lindenstraße 39 soll nach Beschluss des Gemeinderates möglichst verlegt werden, um Bedenken des Ortschaftsrates, die unübersichtliche Verkehrssituation könnte eine Gefahr bilden, zu zerstreuen.

Autor: Volker Münch