"Non-Food gehört in den Fachhandel"

Alexander Huber

Von Alexander Huber

Mi, 18. Juli 2018

Müllheim

Dieter Hieber meldet sich auf Facebook zu Diskussionen um die Übernahme des E-Centers zu Wort.

MÜLLHEIM/BINZEN (hub/BZ). Die Ankündigung der Firma Hieber, das E-Center in Müllheim übernehmen zu wollen (BZ vom 29. Juni) ist nicht nur – wie zu erwarten – allgemein auf ein großes Interesse gestoßen, sondern hat in Teilen der Bevölkerung und offenbar auch unter den Beschäftigten des E-Centers zu Diskussionen geführt, bei denen auch kritische Töne laut wurden. Geführt wurden diese Debatten unter anderem in den sozialen Netzwerken; auch die Badische Zeitung wurde mehrfach auf das Thema angesprochen und erhielt entsprechende Leserzuschriften. Jetzt hat sich Firmeninhaber und Geschäftsführer Dieter Hieber selbst zu Wort gemeldet.

Vor allem zwei Punkte sorgten nach den bekannt gewordenen Plänen zur Übernahme des Müllheimer E-Centers für Diskussionsstoff: das Sortiment von Hieber im Vergleich zum heutigen E-Center, und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter nach der Übernahme durch den neuen Betreiber. Zu beiden Punkten hat Dieter Hieber in einem Post an die Facebook-Gruppe "Die Markgräfler" ausführlich Stellung genommen.

Zunächst einmal die Fragestellungen bezüglich des Sortiments: Hieber ist bekannt dafür, dass er sich auf den Verkauf von Lebensmitteln fokussiert – und dort auch in Fachkreisen als Händler mit besonderer Expertise gilt – dafür aber kaum sogenannte Non-Food-Waren im Angebot hat. Das Müllheimer E-Center wiederum, das zeigt die aktuelle Diskussion, ist offenbar für etliche Kunden ein beliebte und preisgünstige Quelle nicht nur für Haushaltswaren, sondern auch für Elektrogeräte, Textilien und mancherlei mehr.

Haushaltswaren – ja, weiteres Non-Food – nein

Hieber unterscheidet in seinem Facebook-Post noch einmal genauer zwischen Non-Food allgemein und Haushaltswaren. Zu Letzten schreibt er: "Ja, liebe Müllheimer, wir verkaufen in allen Märkten Haushaltswaren. Kochzubehör, Hochlöffel, Pfannen, etc. Weiterhin Glühbirnen, Batterien, etc." Doch die Firma Hieber führe kein Non-Food. Das heißt "keine Elektrogeräte wie Fernseher, Waschmaschinen etc. Ebenso keine Textilien, kein Fahrradzubehör, Werkzeug etc." Zur Begründung sagt Hieber: "Wir sind der Meinung, dass diese Produkte in den Fachhandel gehören. Unserer Meinung nach gibt es heute immer weniger kleine Fachhändler, weil große Ketten meinen, alles verkaufen zu müssen und dies dann über den Preis sehr günstig verkaufen." Auch der Online-Handel, räumt Hieber ein, trage zur Verdrängung der kleinen Fachhändler bei.

Bezüglich der Arbeitsbedingungen für die Angestellten der Hieber-Märkte stellt Dieter Hieber ambitioniert fest: "Wir arbeiten sehr intensiv an unserer Arbeitgebermarke und haben uns zum Ziel gesetzt der beste Arbeitgeber im Handel in der Region zu werden. Noch haben wir das Zeil nicht erreicht, aber wir arbeiten daran. Wir halten uns an alle Absprachen, Tarif ist bei uns die Basis und wir machen alle Lohnrunden mit. In den letzten Jahren haben wir mehrfach Sonderprämien an Mitarbeiter ausgeschüttet." Bei dem derzeitigen Fachkräftemangel könne es sich kein Unternehmen leisten, seine Mitarbeiter schlecht zu bezahlen oder zu behandeln, erklärt Hieber.