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16. Oktober 2010

Pearl hat das Gubor-Anwesen gekauft

Das Bugginger Unternehmen braucht dringend Lagerkapazitäten / Die Fabrik hat annähernd 16 000 Quadratmeter Nutzfläche.

  1. Die alten Gubor-Gebäude finden nun wieder Verwendung. Foto: münch

MÜLLHEIM/BUGGINGEN. Die Betriebsgebäude der ehemaligen Schokoladenfabrik Gubor sind verkauft. Sechs Jahre standen sie leer. Jetzt hat die Bugginger Firma Pearl Agency GmbH das Anwesen übernommen. Sie will es als Lagerstätte nutzen. Hier sollen in Kürze mehrere tausend Paletten Waren für den Versandhandel und das Factory Outlet in Auggen eingelagert werden.

Der Pralinenhersteller Gubor hatte bereits einen mehrfachen Besitzerwechsel hinter sich, als er 1999 von der Firma Stollwerck mit den Werken Müllheim und Untermünstertal übernommen und dann 2002 vom belgischen Unternehmen Barry Callebaut aufgekauft wurde. Bereits ein Jahr später schloss Barry Callebaut die beiden Produktionsstätten Müllheim und Untermünstertal und verlagerte die Produktion vollständig nach Norderstedt. Mitte 2004 zog dann auch die Verwaltung mit den restlichen 35 Arbeitsplätzen von Müllheim nach Köln, in die deutsche Barry Callebaut-Zentrale, um. Seither standen Produktionshallen, Verwaltungsgebäude und Hochregallager der ehemaligen Schokoladenfabrik leer. Zwischendurch wurden die Hallen befristet als Lager vermietet.

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Die Pearl Agency, weltweiter Versender für Computerzubehör, Soft- und Shareware, hatte bereits vor einigen Jahren ihr Kaufinteresse bekundet, sagt Christian Allinger, Mitglied der Geschäftsleitung, zu früheren Verhandlungen. Damals sei man aber über den Preis nicht einig geworden, so dass Pearl andere Lösungen entwickeln musste. Heute seien rund 2500 Paletten mit Verkaufsware in Freiburger Unternehmen zwischengeparkt. "Das ist für uns ein großer Umweg bei der schnellen Abwicklung von Aufträgen", erklärte Allinger den erneuten Vorstoß bei Stollwerck. Vor wenigen Wochen sei man sich auch über den Kaufpreis einig geworden, sagt Allinger.

Das Industrieanwesen umfasst zwischen 15 000 und 16 000 Quadratmeter Nutzfläche. Vorerst keiner eigenen Nutzung könne das Verwaltungsgebäude mit etwa 1800 Quadratmetern zugeführt werden. "Dafür suchen wir noch einen interessierten Mieter", betont Allinger. Die ehemalige Produktionshalle mit rund 5000 Quadratmeter ist an ein benachbartes Unternehmen längerfristig untervermietet.

Jetzt laufen die Arbeiten, um den Gebäudekomplex für die eigene Logistik nutzbar zu machen, auf Hochtouren. Erste Paletten seien bereits eingelagert worden, die Technik des Hochregallagers wird zurzeit wieder in Betrieb genommen. "Künftig werden hier auch die Überseecontainer unserer Lieferanten direkt angeliefert", erklärte der Vertreter der Pearl-Geschäftsleitung. Vorerst wird die Firma eine Lagerkapazität von insgesamt 9 000 Quadratmetern nutzen. Sobald der Betrieb voll aufgenommen werden kann, sollen zwischen fünf und zehn Mitarbeiter am neuen Lagerstandort beschäftigt sein. In nächster Zeit sollen auch Schilder die neue Firmenpräsenz zum Ausdruck bringen. Noch weist nur ein kleines Schild für die Anlieferung auf den neuen Eigentümer hin.

Autor: Volker Münch