Schlemmer-Haus wieder unterm Hammer

dop

Von dop

Di, 25. Oktober 2011

Müllheim

Zweite Zwangsversteigerung.

BADENWEILER/FREIBURG (dop). Die Zukunft des Schlemmer-Hauses im Badenweiler Ortsteil Sehringen ist nach wie vor ungewiss. Am Mittwoch steht vor dem Amtsgericht Freiburg der zweite Termin zur Zwangsversteigerung an. Das Haus diente dem Bauhaus-Künstler Oskar Schlemmer, dessen Werke zur ersten Garnitur des Kunstschaffens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählen und die in vielen Museen der Welt, darunter auch das Museum of Modern Art in New York ausgestellt sind, als Rückzugsort, nachdem die Nazis seine Kunst als "entartet" geschmäht und viele seiner Werke vernichtet hatten. Zwei Jahre wohnte Schlemmer mit seiner Familie unter kümmerlichen Verhältnissen in Badenweiler, bevor er 1940 nach Wuppertal übersiedelte. Das Haus, das er selbst entworfen hat, ist zwar von der Bausubstanz her sehr angegriffen, hat aber eine besondere Bedeutung für den Denkmalschutz. Auch die Gemeinde Badenweiler würde es gerne sehen, wenn das Haus in seiner jetzigen Form erhalten werden könnte.

Die erste Zwangsversteigerung endete ergebnislos, nachdem Schlemmers Enkelin Janine Schlemmer, die zusammen mit ihrem Cousin Raman als Erbin auftritt, ihre Zustimmung zum Verkauf des Hauses zurückgezogen hatte. Grund hierfür sind Streitigkeiten zwischen den beiden Parteien, die schon nach dem Tod von Schlemmers Witwe im Jahr 1987 aufbrachen. So sollen seitdem viele Leihgaben an deutsche Museen wieder zurückgezogen worden sein. Insgesamt rätselt die Fachwelt um den Verbleib von einer großen Anzahl von Schlemmer-Bildern.