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18. Juli 2012

Spurwechsel nur in Tieflage

Politiker informieren sich in Hügelheim über Forderungen zum Ausbau der Rheintaltrasse.

  1. Auf der Bahnbrücke in Hügelheim: Gerhard Kaiser, Harald Ebner, Rainer Nußbaumer, Astrid Siemes-Knoblich, Monika Eitel und Valerie Wilms (von links) – und rund 100 interessierte Bürger. Foto: Sigrid Umiger

MÜLLHEIM-HÜGELHEIM. Noch lässt die Bahn offen, wie sie den Anschluss der Bürgertrasse zwischen Buggingen und Müllheim regeln will. Das sieht die Initiative "Bahn bewegt Hügelheim mit MUT" als Chance, Vorschläge zu unterbreiten. Diese wurden am Dienstag dem Bundestagsabgeordneten Harald Ebner und der bahnpolitischen Sprecherin Valerie Wilms – beide von den Grünen – in Hügelheim vorgestellt.

Durch die Aufnahme der Bürgertrasse ins Planverfahren für den viergleisigen Ausbau der Rheintaltrasse umfährt der Güterverkehr die Gemeinde Buggingen und wird auf der Höhe der Hügelheimer Gärtnerei Piluweri wieder auf die Trasse gebracht. Am Kreuzungspunkt werden Personenzugleise von Ost nach West, die Güterstrecke auf die Ostseite verlagert.

Die Hügelheimer befürchten, dass der Spurwechsel über Weichen und ein Überwerfungsbauwerk in Dammlage erfolgt. Und da der Schienenbonus bei Neuplanungen entfällt, müssten zur Einhaltung der Lärmgrenzwerte sieben Meter hohe Lärmschutzwände gebaut werden. "Das ist nicht hinnehmbar", betonte beim Vororttermin auf der Bahnbrücke – vor rund 100 Bürgern – der Hügelheimer Landwirt Rainer Nußbaumer. Diese Wände würden das Kleinklima stören durch Kaltluftseen und die Beschattung der Äcker. Außerdem zerschneide der erhöhte Flächenverbrauch ganze Landstriche und mache sie wertlos. Hügelheim wolle die kreuzungsfreie Bündelung mit der Gütertrasse in Tieflage und, damit der ÖPNV einen Sinn mache, auch eine Haltestelle in Hügelheim für Regionalzüge, betonte Rainer Nußbaumer.

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Das Ziel: Lärmschutz für alle Bürger

Oberstes Ziel sei der Lärmschutz für die Bürger, sagte beim Gespräch in der Festhalle Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich. Weichen könnten ein Störfaktor sein. Daher fordere die Stadt die kreuzungsfreie Anbindung, die außerdem auch leistungsfähiger sei. Genau das sei die Voraussetzung, um sämtliche Güterzüge ohne Komplikationen durch den Katzenbergtunnel zu führen. Mit dieser Forderung ziehe man an einem Strang mit den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach, sagte Astrid Siemes-Knoblich. Da die Tieflage weniger Flächen verbrauche, reduzierten sich auch die Ausgleichsmaßnahmen, erklärte der Dezernent für Tiefbau, Michael Sattler. Er sei beeindruckt über das große Interesse der Bürger, betonte der Bundestagsabgeordnete Harald Ebner. Dies zeige, dass Politiker viel früher auf die Betroffenheiten vor Ort reagieren sollten. Seiner Ansicht nach ist ein Überwerfungsbauwerk mit Weichen teurer als die niveaufreie Tieflage. Offenbar rechne die Bahn in einem "Parallel-Universum", so Ebner.

Technisch könnten Züge leiser gebaut werden, aber nicht auf die Schnelle, da Güterzüge europaweit viele Besitzer und Betreiber hätten, sagte Valerie Wilms. Kompromisse seien nur über den Projektbeirat zu erzielen, da das Parlament bei der Planung außen vor bleibe.

Er erwarte dennoch einen Einsatz der Politiker, betonte aus dem MUT-Vorstand Gerhard Kaiser. Notwendig wäre auch ein Stresstest, der die Kapazität der Strecke nachweise. Es dürfe keinen Flaschenhals mit Weichen – also keine Dammlage – geben. Wichtig sei auch, dass der Schienenbonus für den ganzen Abschnitt 9.0 (Buggingen bis Auggen) gelte und nicht nur im neugeplanten Bürgertrassenbereich. Die in Hügelheim geforderte Tieflage, könne jederzeit nachgerüstet werden, beispielsweise durch eine spätere Deckelung, sagte Gerhard Kaiser.

Valerie Wilms riet der Gemeinde, ihre Vorschläge über eine Antragstellung einzureichen, sagte aber dazu: "Ob das Erfolg hat, kann ich nicht versprechen."



Autor: Sigrid Umiger