Techniken, die schon in der Steinzeit verwendet wurden

Dorothee Philipp

Von Dorothee Philipp

Do, 21. September 2017

Müllheim

Neue Ateliergemeinschaft von Bildhauer Torsten Kleiner und Korbflechter Daniel Schenk / Tag der offenen Tür am Sonntag.

MÜLLHEIM-NIEDERWEILER. Der Bildhauer Torsten Kleiner und der Korbflechter Daniel Schenk haben sich gefunden: Seit einigen Monaten arbeiten die beiden gemeinsam im Atelier, das Schenk 2014 in einem ehemaligen Bauernhof in Niederweiler eingerichtet hat. Am Sonntag, 24. September, sind alle Interessierten zur einem Tag der offenen Tür in der neuen Ateliergemeinschaft eingeladen.

Im ehemaligen Stallgebäude, mit viel Stilgefühl und Liebe umgebaut, lebt Schenk mit seiner jungen Familie, das Atelier ist in einem der Wirtschaftsgebäude untergebracht, der Innenhof ist malerisch wie bei vielen alten landwirtschaftlichen Anwesen im Markgräflerland. Rosenbüsche blühen, Skulpturen aus Weidengeflecht und Stein machen neugierig auf die Werkstatt. "Ich stelle nicht nur Körbe her", meint Schenk, auf seine dreijährige Ausbildung als staatlich anerkannter Korbflechter angesprochen, die er 2005 absolviert hat. Immer wieder experimentiert er mit verschiedenen Materialien. Kleine dekorative Gegenstände entstehen so, aber auch Dinge, wie der geflochtene Sonnenschutz, der die kleine Sitzgruppe im Hof beschattet oder Spielhäuser aus Weidengeflecht, die an Iglus erinnern.

Besonders reizvoll sind seine freien Arbeiten, in denen er Flechtwerk mit Wurzel- und Astholz zu märchenhaften Gebilden kombiniert. Schenk präsentiert sich als selbstständiger Handwerker auf Kunsthandwerkermärkten, arbeitet nach individuellen Aufträgen, restauriert alte Körbe und Möbel mit Flechtwerk und gibt Kurse an Schulen und privaten Institutionen. "Flechten ist Faszination", sagt er. Der Arbeitsrhythmus habe etwas Meditatives, das Jung und Alt gleichermaßen anspreche.

Die Werkstatt ist so geräumig, dass sie auch für Torsten Kleiner und seine Arbeit genügend Platz bietet. "Wir arbeiten beide mit handwerklichen Techniken, die schon in der Steinzeit verwendet wurden", stellen sie lachend fest. Naturmaterialien und alles von Hand, archaische Arbeitsweisen von bleibender Faszination. Kleiner kommt aus dem Nordschwarzwald und ist in seinem ersten Beruf Krankenpfleger und Pflegedienstleiter. Nach Bildhauerkursen bei Armin Naldi in Bad Liebenzell absolvierte er vier Jahre lang eine berufsbegleitende Ausbildung an der Edith Mayron Kunstschule in Munzingen, die er 2016 mit dem Bildhauerdiplom abschloss. Seit fünf Jahren lebt er im Markgräflerland, erzählt er. Die Wetterkarte zeige auch, warum. Es ist warm und hell, es hat südlichen Charme – ein guter Platz für Künstler.

Dass er als Ateliergast bei Daniel Schenk einziehen konnte, hat ihm viele neue Impulse für seine Arbeit gegeben. "Stein ist mein Material", sagt Kleiner. Er arbeitet aber auch mit Ton, Gips und Holz. Seinen Arbeiten ist eins gemeinsam: Sie befassen sich alle mit der Schönheit und Harmonie des menschlichen Körpers und strahlen eine große, positive Ruhe aus, die im Betrachter neue Kräfte weckt. Den Gästen wird am Tag der offenen Tür einiges geboten, und auch die Kinder werden sich nicht langweilen. Die beiden Künstler haben außerdem den Holzbildhauer Andreas Mutschler eingeladen.

Atelier-Tag bei Daniel Schenk (Flechtwerk) und Torsten Kleiner (Bildhauerei) am Sonntag, 24. September, 11 bis 17 Uhr; Lindenstraße 36; Müllheim-Niederweiler. http://www.torstenkleiner.de www.weidengeflecht.com