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06. August 2009
Wenn der Ring zu fest am Finger sitzt
Goldschmied Rolf Stork entwickelte eine preisgekrönte Vorrichtung, die in Krankenhäusern bereits großes Interesse hervorruft
MÜLLHEIM (mps). Wenn bei der Müllheimer Helios-Klinik in nicht allzu ferner Zukunft Schmuckringe an angeschwollenen Fingern schnell und für den Patienten schonend abgenommen werden, dann ist höchstwahrscheinlich eine Müllheimer Erfindung im Spiel. Goldschmied Rolf Stork entwickelte den "Ring-Cut" und erhielt beim "Artur-Fischer-Erfinderpreis" höchste Anerkennung.
Bereits seit etwa fünf Jahren zerbricht sich Goldschmied Rolf Stork den Kopf über eine Lösung. Sein Schlüsselerlebnis war ein Kugellagerring, den sich ein junger Mann über den Finger gestülpt hatte und wegen des schnellen Anschwellens des Fingers nicht mehr abstreifen konnte. Dem jungen Mann stand ein schmerzhaftes Martyrium bevor, bis dieser harte Ring beseitigt werden konnte.
Bisher wurde in solchen Fällen mit Zangen, Sägen und ähnlichen Geräten aus der Chirurgie den Gold- und Silberringen zuleibe gerückt. Je härter allerdings das Material, wie es besonders bei einem Kugellagerring der Fall ist, desto schwieriger war die Entfernung. "Gerade heute sind Stahlringe ganz groß in Mode. Da geht dann fast gar nichts mehr", sagt Rolf Stork.
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Je nach Schwellung des Fingers drängt dann die Zeit und macht die Herangehensweise mit herkömmlichen Geräten praktisch unmöglich. In manchen Fällen bleibe den Chirurgen wegen massiver Durchblutungsstörungen und extremer Schwellung nichts anderes übrig, als den Finger abzunehmen.
Die Mitarbeiter der chirurgischen Ambulanz in der Helios Klinik könnten die ersten sein, die diese Maschine in Dienst stellen. "Über einen Ankauf ist aber noch nicht entschieden", sagt Pressesprecher Georg Auer. Andere Kliniken, etwa aus der Schweiz, können es laut Stork gar nicht abwarten, seine Erfindung in Dienst zu stellen. Zurzeit laufen die Vorbereitungen zur Produktion bei einer schwäbischen Firma für Medizintechnik auf Hochtouren. Rolf Stork rechnet damit, dass seine Maschine bereits in zwei bis drei Monaten nicht nur Serienreife besitzt, sondern bereits produziert und ausgeliefert wird.
Autor: mps
