Nicht ins Stolpern gekommen

Anne Freyer

Von Anne Freyer

Mo, 11. Dezember 2017

Münstertal

Schwarzwaldkapelle Münstertal überzeugte beim Matineekonzert auch bei komplizierten Taktfolgen.

MÜNSTERTAL. Mit ihrem breitgestreuten Repertoire überzeugte die Schwarzwaldkapelle Münstertal ein weiteres Mal bei ihrem Matineekonzert, zu dem sich viele Musikliebhaber in der Aula der Abt-Columban-Schule eingefunden hatten, begrüßt vom Vereinsvorsitzenden Edi Ebner. Dirigent war diesmal Christian Steinlein, der in Münstertal kein Unbekannter ist.

Mit ihren traditionellen Trachten zeigen die 50 Musikerinnen und Musiker ein hohes Maß an Heimatverbundenheit – umso überraschender die große Vielfalt an Musikstilen aus aller Welt, die sie gekonnt zu Gehör bringen. Nach der Eröffnung mit einer festlichen Fanfare als Huldigung an die majestätische Bergwelt gab es die "Huckleberry-Finn-Suite", mit der der Schweizer Franco Cesarini dem amerikanischen Autor Mark Twain und vor allem zwei weltberühmten jugendlichen Abenteurern aus dem Mississippi-Delta ein Denkmal gesetzt hat.

Ganz anders, nämlich getragen-feierlich und damit dem Thema des Stücks entsprechend, kam die Komposition daher, die Eric Whitacre unter dem Titel "Lux Aurumque (Licht und Gold)" eingefallen ist. Ursprünglich für gemischten A-cappella-Chor geschrieben, arbeitete er es zu einem Werk für Blasorchester um, das einen wahren Siegeszug durch die Welt angetreten hat. Das Ensemble zeigte sich diesem hohen Anspruch voll gewachsen.

Eine noch größere Herausforderung, zumindest im Hinblick auf Takt und Rhythmus, stellte die Serenade dar, die einst der Engländer Derek Bourgeois anlässlich seiner eigenen Hochzeit als Geschenk für seine zukünftige Frau schrieb. Denn was harmlos wie ein Walzer beginnt, wandelt sich unversehens in vertrackte Elfachtel- und Dreizehnachtel-Takte um. Das erforderte die ganze Aufmerksamkeit nicht nur der Kapelle, die allerdings bravourös damit zurechtkam, sondern auch die der Zuhörer – "Kommen Sie nicht ins Stolpern!" lautete denn auch der wohlmeinende Rat der Moderatorin. Fröhlich-flott ging’s dann weiter mit einem Medley aus dem Broadway-Musical "Mary Poppins", dessen Melodien vor allem durch die unvergessliche Verfilmung populär geworden sind. Spätestens hier fielen die gekonnt bedienten Rhythmusinstrumente auf, ergänzt durch Glockenspiel und Xylophon.

Wer auch immer die Leitung der Schwarzwaldkapelle übernehmen wird, kann sich über einen bestens aufgestellten Klangkörper freuen.