Junge Literatur

Preis der Thumm-Stiftung für Junge Literatur wird in Hausach an Arne Rautenberg überreicht

Wendelinus Wurth

Von Wendelinus Wurth

Do, 17. Mai 2018

Ortenaukreis

Preis für junge Literatur der Thumm-Stiftung an Arne Rautenberg.

HAUSACH. Der neue Lese-Lenz-Preisträger der Thumm-Stiftung für Junge Literatur heißt Arne Rautenberg. Er wird den mit 5000 Euro dotierten Preis zur Eröffnung des diesjährigen Hausacher Lese-Lenzes – Titel: "Sprachränder/Rändersprachen" – am 29. Juni um 10 Uhr in der Stadthalle Hausach entgegen nehmen. Rautenberg ist der zweite Preisträger. Sein Vorgänger Finn-Ole Heinrich wählte ihn gemäß der Satzung zusammen mit José F.A. Oliver und Ulrike Wörner von der Lese-Lenz-Intendanz aus.

Doris Sistiaga-Thumm, die als nicht Stimmberechtigte die Jurysitzung begleitete, hatte sich an José Oliver gewandt, um den Wunsch ihres 2013 verstorbenen Mannes zu erfüllen. Gerhard Thumm war von Haus aus Apotheker, interessierte sich aber auch für Poesie und Philosophie. Einen Teil seines Vermögens steckte er in die Thumm-Stiftung, die Kunst und Kultur, vornehmlich in den Bereichen Literatur, Philosophie und Kritik fördern will. Seit 2015 gibt es die Stiftung, die zusammen mit dem Hausacher Lese-Lenz und der Stadt Hausach den Preis für Junge Literatur vergibt. Er ist für ein Gesamtwerk gedacht, "das sich an ein junges Lesepublikum richtet, oder Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen literarischen Ort geschaffen hat". Der Preis ist als Pilotprojekt zunächst für drei Jahre gedacht, nach denen über die Fortsetzung entschieden wird. Ab dem kommenden Jahr soll es auch einen Essaywettbewerb geben.

In der Begründung der Jury für die Wahl Rautenbergs heißt es: Wer das heutige Kindergedicht aufsuchen wolle, der lese Arne Rautenberg. Er sei "energiegeladen alltagspoetisch und berührend Mut machend, vom Volksliedsound bis zum reduzierten Zeilenexperiment". Er sei ein Lyriker, der Kindern und denjenigen unter uns, die das Kind in sich noch zu hüten wüssten, Verse schenke, die beseelen, Gedichte von ungebändigter Wortlust und umwerfender Wachheit. Er sei einer der wenigen Lyriker deutscher Sprache, die es verständen, mit spielerischer Präsenz Bilder, Rhythmen und ihre Formen aufs Vorzüglichste für Kinder zu entwerfen und zu Seh- und Klangkunstwerken zu inszenieren. Darüber hinaus sei er auch ein begnadeter Rezitator.

Neben seinen Arbeiten für Kinder schöpft Rautenberg auch Essays, Kurzgeschichten und Romane und Schriftinstallationen .