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08. September 2012

AUCH DAS NOCH

Bürger für billiges Bier

Die Vorbereitungen für das Münchner Oktoberfest sind in vollem Gange. Während die einen ihren Kleiderschrank mit den neuesten Dirndl und Krachledernen hochrüsten, versuchen die anderen, die Wirte zum Abrüsten zu bewegen: nämlich beim Bierpreis. Der Maßpreis nähert sich langsam der Zehn-Euro-Marke. Maßlos, findet ein Münchner Verein. Er will der nach oben offenen Bierpreisskala eine Begrenzung auferlegen: Nämlich 7,10 Euro pro Liter. Und pro Jahr sollen es künftig nur noch 15 Cent mehr werden. Wunschdenken, na klar. Aber ein Wunsch, dem der "Verein gegen betrügerisches Einschenken" nachhelfen will – und zwar mit der Waffe des Wutbürgers: einem Bürgerbegehren. Bis zum 22. September will die Gruppe die Unterschriften beisammenhaben. "Da sich der Markt auf dem Oktoberfest nicht selbst regulieren kann, muss eben von außen für Ordnung gesorgt werden", meint Initiator Jan-Ulrich Bittlinger ganz bescheiden. Die Stadt München sieht das naturgemäß anders. Freies Marktgeschehen sei die Wiesn-Preisfestsetzung, sagt der Wirtschaftsreferent. Den Verein schreckt das nicht. Droht München jetzt eine "Theresienwiese 21"? Immerhin 6,9 Millionen Besucher sind es, die beim Oktoberfest als Wutsäufer von ihren Tischen und Bänken steigen können, um sich zu wöchentlichen Dirndldemos zusammenzufinden und dann an Bierfässer zu ketten. "Warum fordern Sie nicht gleich Freibier für alle auf dem Oktoberfest?", spottet der Wiesnwirte-Sprecher. Er hat den Ernst der Lage offensichtlich nicht begriffen.

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Autor: kam