Der Mond von hinten

dpa

Von dpa

Mo, 10. Dezember 2018

Panorama

China startet Weltraummission auf der Rückseite des Erdtrabanten.

PEKING (dpa). China ist als erste Weltraumnation zu einer Reise auf die Rückseite des Mondes aufgebrochen. Eine Rakete vom Typ "Langer Marsch 3B" hob am Samstag (Ortszeit) vom Raumfahrtbahnhof Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ab, um die Mondsonde "Chang’e 4" mit einem Roboterfahrzeug an Bord in Richtung des Erdtrabanten zu schicken. Die staatliche Zeitung China Daily sprach am Freitag von einer "mehrwöchigen" Reise.

Nach der Ankunft soll das Roboterfahrzeug den Boden und die Strukturen um den Landepunkt untersuchen. Es ist mit einer Panoramakamera und Messgeräten ausgestattet. Das Landemodul verfügt über einen Empfänger für niedrige Radiofrequenzen. Ohne die Erdatmosphäre und andere Störungen können Astronomen in der Stille des Alls besser Signale auffangen und hoffen auf neue Erkenntnisse über die Entstehung der Sterne.

Zudem hat "Chang’e 4" Saatgut geladen, mit dem geprüft werden soll, ob Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft der Mondoberfläche möglich ist.

Beobachter warnten vor besonderen Herausforderungen bei der Mission: Schwierig sei etwa die Landung, weil das Gelände auf der Rückseite des Mondes nicht so flach wie auf der Vorderseite sei. Aufwändig gestaltet sich auch Kommunikation, da die Mondrückseite im Funkschatten der Erde liegt. Um dieses Problem zu umgehen, hatte China bereits im Mai einen Übertragungssatelliten in die Umlaufbahn des Mondes gebracht, der als Relais-Station eine Funkverbindung zwischen Mondrückseite und Erde herstellen kann.

Auf der Rückseite des Mondes ist es nicht, wie oft vermutet wird, dauerhaft dunkel. Der Mond wendet zwar der Erde immer dieselbe Seite zu. Da er den blauen Planeten aber einmal pro Monat umkreist, bekommen sowohl seine Vorder- als auch seine Rückseite in dieser Zeit ungefähr gleich viel Sonnenlicht ab.