HINTERGRUND

Franz Schmider

Von Franz Schmider

Sa, 22. September 2018

Panorama

Landwirtschaft und Selbstversorgung

Nirgendwo sonst erhalten die Bauern mehr staatliche Förderung als in der Schweiz, laut OECD beziehen sie dort 60 Prozent ihrer Einnahmen als Zuschuss aus der Staatskasse. Die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft hat sich in der Schweiz seit 1980 mehr als halbiert und ist auf rund 150 000 gesunken. Die Zahl der Betriebe ging ebenfalls drastisch zurück, jeden Tag geben vier auf. Im Gegenzug ist die Fläche pro Betrieb in den vergangenen 20 Jahren um 40 Prozent auf jetzt 19 Hektar gewachsen.

Die Schweiz versorgt sich etwa zur Hälfte selbst mit Lebensmitteln. Wie hoch der Selbstversorgungsgrad eingeschätzt wird, hängt von der Rechenmethode ab. Der Agrarbericht für das Jahr 2015 nennt 59 Prozent. Die Angabe bezieht sich auf das Verhältnis von Inlandsproduktion zu Inlandsverbrauch. Rechnet man die Futtermittel hinzu, die eingeführt werden, liegt der Selbstversorgungsgrad noch bei 51 Prozent. Die Differenz verweist auf eine Besonderheit der Schweizer Landwirtschaft: Fast das gesamte in der Schweiz verkaufte Fleisch wird im Inland erzeugt – auch dank importierter Futtermittel. Betrachtet man die Selbstversorgung bezogen auf Produkte, so zeigt sich, dass sich die Schweiz bei Milch und Milchprodukten zu mehr als 100 Prozent selbst versorgt (also einen Teil exportiert). Der Selbstversorgungsgrad bei Kartoffeln, Getreide oder Gemüse liegt zwischen 40 und 68 Prozent. Dagegen werden Fische zu 98 Prozent eingeführt, ebenso Nüsse; bei Früchten, alkoholischen Getränken und pflanzlichen Fetten liegt die Quote bei 20 bis 25 Prozent.