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14. September 2017

Immer noch viele resistente Keime

Proben von Geflügelfleisch aus Supermärkten belastet / Einsatz von Antibiotika geht zurück.

BERLIN (dpa). In Hähnchen- und Putenfleisch aus Supermärkten finden sich amtlichen Untersuchungen zufolge immer noch viele antibiotika-resistente Keime. Wie das Bundesagrarministerium auf eine Anfrage der Grünen antwortete, wurden 2016 bei 208 von 418 Hähnchenproben ESBL-Keime nachgewiesen. Bei Putenfleisch war dies den vorläufigen Daten zufolge bei 178 von 459 Proben der Fall.

Problematisch sind diese Keime nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung, weil sie Enzyme namens ESBL (Extended-Spektrum Beta-Laktamasen) produzieren. Diese machen sie gegen bestimmte Antibiotika unempfindlich, also resistent. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer nannte die Zahl der Funde "erschreckend hoch". Entscheidend sei, den Einsatz von Antibiotika in Tierställen drastisch zu reduzieren und die Hygiene in Schlachthöfen zu verbessern. Ebenfalls antibiotika-resistente MRSA-Keime wurden laut Agrarministerium zufolge 2016 in 204 von 458 Putenfleisch-Proben nachgewiesen sowie in 55 von 422 amtlichen Hähnchenfleisch-Proben.

Eine zu starke Verwendung von Medikamenten in der Tierhaltung wird seit langem kritisiert. Bekommen Nutztiere Antibiotika, sterben zunächst viele potenziell krankheitserregende Bakterien ab. Einige wenige sind aber gegen die Behandlung immun. Sie überleben und vermehren sich weiter. Durch diesen Effekt können Antibiotika irgendwann vielen Bakterien nichts mehr anhaben.

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Um den Einsatz der Mittel einzudämmen, sind Meldepflichten und strengere Vorgaben für Bauern und Tierärzte eingeführt worden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium betonte am Mittwoch, dass sich die Gesamtmenge der an Tierärzte abgegebenen Antibiotika zwischen 2011 und 2016 halbiert habe.

Autor: dpa