Pilz führt zu Ernteausfall bei Safran

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Von Jonas Hirt & dpa

Sa, 24. November 2018

Panorama

Bremer Forscher wollen indischen Bauern helfen / Südbadischer Züchter hat keine Probleme.

BREMEN/BAD KROZINGEN (dpa/hirt). Ernteausfälle bereiten Safranbauern im indischen Kaschmir zunehmend Probleme. Schuld daran ist ein Pilz, der die Zwiebeln der edlen Gewürzpflanze faulen lässt. "Das Problem besteht besonders in Nordindien, auch wenn Bauern in Italien oder dem Iran vermutlich ebenfalls Probleme haben", sagt Barbara Reinhold, Professorin für Mikrobiologie an der Universität Bremen. Mit ihrem Team hilft sie indischen Forschern dabei, ein Mittel gegen den Pilz zu finden. Einige Bakterien, die sich vermutlich zur Bekämpfung des Schädlings eignen, konnten die Wissenschaftler bereits finden. Wie gut sich das Mittel vor Ort einsetzen lässt, muss noch getestet werden.

Viele Bauern im Kaschmir verdienen ihren Lebensunterhalt mit der Herstellung von Safran. Das Gewürz dient als natürlicher Geschmacksverstärker und passt zu süßen und herzhaften Gerichten – zum Beispiel zu Paella. "Die Herstellung ist reine Handarbeit", sagt einer der wenigen in Deutschland produzierenden Safranbauern, Jean-Frederic Waldmeyer. Für ein Kilogramm Safran brauche man bis zu 300 000 Blüten.

Einem Südbadener macht diese Handarbeit Spaß. Rainer Czeczor baut im Bad Krozinger Ortsteil Biengen Safran an. Vor sechs Jahren hat er damit angefangen. Er besitzt rund 18 000 Blüten. Probleme mit einem Pilz habe er nicht – "davon habe ich noch nie etwas gehört", sagt er auf Nachfrage der BZ. Er habe dieses Jahr überwiegend gesunde Pflanzen zwischen Anfang Oktober und Anfang November geerntet.

Wenn es Probleme gebe, dann nicht mit Pilzen, sondern mit Wühlmäusen und Schnecken, sagt Czeczor. Doch aufgrund der Trockenheit – vermutet er – hätten Letztere selten den Weg zu seinen Äckern und Wiesen gefunden. Der fehlende Regen habe selbst keine Auswirkung auf die Erntemenge: Die Pflanze benötige nicht viel Wasser.