#MeToo

"The Silence Breakers" sind Times Person des Jahres 2017

dpa

Von dpa

Do, 07. Dezember 2017 um 00:00 Uhr

Panorama

Das Schweigen durchbrochen: Das amerikanische Time-Magazine erklärt die Frauen und Männer, die die #MeToo-Bewegung ins Rollen brachten, zur Person des Jahres 2017.

Harvey Weinstein. Kevin Spacey. Louis C.K. Charlie Rose. James Levine. Gerade einmal zwei Monate sind die Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen Filmmogul Weinstein alt, seitdem kommt Amerika nicht zur Ruhe. Kaum eine Woche vergeht ohne neue Berichte aus der Film-, Fernseh- oder Medienwelt. Nun hat das "Time"-Magazin die Frauen und Männer, die die #MeToo-Bewegung ins Rollen brachten, zur "Person des Jahres" gekürt.

"The Silence Breakers" (diejenigen, die ihr Schweigen brechen), schrieb das bald 100 Jahre alte Gesellschaftsmagazin am Mittwoch – und zeigt auf dem Cover diejenigen, die mit teils haarsträubenden Berichten an die Öffentlichkeit gingen. Schauspielerin Ashley Judd ist dabei, die die Affäre um Weinstein gemeinsam mit anderen Frauen ins Rollen brachte. Sängerin Taylor Swift, die einen Radiomoderator für einen Po-Grapscher erfolgreich verklagte, ist ebenfalls abgebildet. Erwähnt wird auch die deutsche Grünen-Politikerin Terry Reintke, die in einer persönlichen Rede im EU-Parlament von sexuellem Missbrauch berichtet hatte.



Prominente Gesichter wie Judd und Swift mögen die Bewegung symbolisch anführen. Doch sie besteht aus Frauen und Männer aus allen Gesellschaftsbereichen, Schichten, Einkommensgruppen und Ländern der Welt, schreibt "Time". "Sie arbeiten auf Feldern in Kalifornien oder am Empfang in New Yorks Regal Plaza Hotel oder im Europäischen Parlament. Sie sind Teil einer Bewegung, die keinen offiziellen Namen hat. Aber jetzt haben sie eine Stimme."

Um diese Spannweite zu verbildlichen, lud "Time" Missbrauchsopfer zum Gespräch, deren Lebenswege unterschiedlicher kaum sein könnten: Mit dabei waren eine mexikanische Feldarbeiterin und eine Krankenhausangestellte aus Texas. Die hochschwangere Software-Entwicklerin Susan Fowler kam ebenfalls dazu, die den von Sexismus geprägten Alltag beim Fahrdienstanbieter Uber beschrieben und Uber-Chef Travis Kalanick damit aus dem Amt getrieben hatte.

Dass die Bewegung mit #MeToo eine Art übergreifende Bezeichnung hat, ist Schauspielerin Alyssa Milano zu verdanken. Sie hatte den Begriff von Aktivistin Tarana Burke übernommen und im Oktober dazu aufgerufen, sich als Opfer sexueller Übergriffe zu erkennen zu geben. Als sie am nächsten Morgen sah, dass mehr als 30 000 Menschen den Hashtag verwendet hatte, brach sie in Tränen aus. Laut "Time" tauchte der Begriff eine Woche später in 85 Ländern auf.