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19. März 2010 18:12 Uhr

Jobmotor 2009

Biomarkt Löwenzahn in Müllheim

Der Wirtschaftskrise zum Trotz haben südbadische Unternehmen auch 2009 zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen. Wer schnitt dabei am besten ab? Der Biomarkt Löwenzahn in Müllheim im Porträt.

  1. Der Biomarkt Löwenzahn in Müllheim. Foto: Thomas Kunz

Wer auf der Bundesstraße 3 an Müllheim vorbei fährt, kann ihn nicht übersehen, den Biomarkt "Löwenzahn". Seit Januar 2009 verkaufen hier Angela und Ulrich Zimmermann Bio-Produkte, vor allem Lebensmittel. Integriert ist auch ein Naturkosmetikstudio.

Dass Ulrich Zimmermann in der Bio-Branche tätig ist, ist kein Zufall. Er kommt aus einer Müllerfamilie aus Heitersheim, die schon früh ökologische Landwirtschaft betrieb, aus der dann vor zwölf Jahren ein Bioland-Betrieb wurde. Der kleine Mühleladen mit Mehl und Haferflocken ließ in Ulrich Zimmermann die Idee keimen, einen Bioladen zu betreiben. Das Sortiment wurde ausgeweitet und vor acht Jahren kaufte er in der Müllheimer Innenstadt ein entsprechendes Geschäft. Das erwies sich bald als zu klein.

Kinderbetreuung wird organisiert

Aus den damals 75 Quadratmetern Verkaufsfläche sind 375 Quadratmeter geworden. Aus den damals sechs Beschäftigten sind 25 geworden, die sich etwa 16 ganze Stellen teilen. Weil viele der Frauen Kinder haben, ist familienfreundliche Teilzeitarbeit die Regel. Schon bei den Einstellungsgesprächen, so Zimmermann, werde besprochen, wie die Kinderbetreuung am besten organisiert werden kann. Weil die Zimmermanns selbst drei Kinder haben, wisse er, um was es dabei geht, versichert der gelernte Großhandelskaufmann und Agrarbetriebswirt.

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Und er weiß auch: Eine Belegschaft, die sich wohl fühlt bei der Arbeit, ist die Voraussetzung für zufriedene Kunden. Gerade in einem Bio-Markt, wo der Beratungsbedarf deutlich größer ist als beim Discounter oder im Supermarkt. Erhöhter Beratungsbedarf setzt aber auch informierte Beschäftigte voraus. Schulungen und Info-Veranstaltungen werden deshalb groß geschrieben bei Löwenzahn.

Dass da etwas wächst und gedeiht, hat sich herumgesprochen.

Bio-Feinkost

Die Kunden kommen aus der Region von Freiburg bis Weil, aus Frankreich und der Schweiz. "Der klassische Ökokunde" komme zwar auch noch, sagt Zimmermann. Die Mehrheit seien inzwischen jedoch moderne, oft junge Leute, die sich etwas Gutes leisten wollen, das weder Gesundheit noch Natur belaste. "Im Grunde sind wir ein Bio-Feinkostgeschäft", stellt Zimmermann fest.

Das zeigt dann auch das Sortiment: Nicht nur die Käsetheke kann sich sehen lassen. Bio-Babynahrung kommt gut an und neben Ökowein – vor allem, aber nicht nur aus der Region – ist auch Biobier zu haben. Wer sich glutenfrei ernähren muss, findet ein ganzes Regal mit entsprechenden Lebensmitteln. Dass frisches Obst und Gemüse vor allem aus Bioland- und Demeter-Anbau in der Region kommen, ist schon fast normal.

Ungewöhnlicher ist schon das Bio-Tierfutter. Es zeigt sich, dass nicht nur das Billig-Billig von Discountern ein Erfolgskonzept ist, sondern auch genügend Leute dazu bereit sind, für umweltgerecht produzierte Qualitätsprodukte etwas mehr zu bezahlen. Zimmermann erwartet in diesem Jahr eine Umsatzsteigerung auf zwei Millionen Euro – "wie geplant".

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Autor: Klaus Rütschlin